Damen-Tischtennis

ESV Weil verabschiedet sich aus dem Bundesliga-Aufstiegsrennen

Lukas Karrer

Von Lukas Karrer

So, 04. Februar 2018 um 19:48 Uhr

Tischtennis

Bitteres Déjà-vu für die Tischtennisspielerinnen des ESV Weil: Erneut hat der Zweitligist eine klare Führung aus der Hand gegeben. Für den Coach ist die Aufholjagd im Aufstiegsrennen damit vorbei.

Wie nah Freud und Leid beieinander liegen können, musste der ESV Weil am Wochenende erkennen. Nach dem überzeugenden 6:3 in Tostedt setzte es tags darauf ein 4:6 in Großburgwedel – eine ernüchternde Niederlage. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison verspielte der ESV eine deutliche Führung und blieb in den vier abschließenden Einzeln ohne Erfolg.

Alen Kovac, Trainer des ESV, war nach dem 4:6 in Großburgwedel bedient. "Das war es mit unserer Aufholjagd", resignierte der ehrgeizige Coach der Tischtennis- Zweitligafrauen. Nach zuvor drei Siegen in Serie schnupperte das Quartett um Ievgeniia Vasylieva zuletzt nochmal an den Aufstiegsplätzen, doch der Auftritt in Niedersachsen muss dem erfahrenen Coach vorgekommen sein, wie jener Albtraum, den er im vergangenen Dezember schon einmal hatte durchleben müssen. Das freudige Erwachen mit der Feststellung, dass es sich nur um einen Traum gehandelt hatte, blieb jedoch aus. Es war erneut passiert, seine Mannschaft hatte ein Déjà-vu erlebt. Wie im Hinspiel, als nach zwischenzeitlichem 5:1 am Ende ein 5:5 auf den Ergebniszetteln stand (Rückblick: ESV Weil geht am Ende des Doppelspieltags die Luft aus), verspielte der Tabellendritte auch knapp zwei Monate später beim erneuten Aufeinandertreffen eine hohe Führung.

Hintere Paarkreuz des ESV schwächelt erneut

Einen wirklichen Knackpunkt hatte Kovac rückblickend in der Spielanalyse nicht erkannt. Vielmehr verwies der Kroate darauf, dass gewisse Konstellationen im Tischtennis einer Spielerin mehr oder weniger liegen können. Worauf Kovac anspielte, wird mit Blick auf die Statistiken des Hinspiels deutlich: Schon im Dezember hatten Vasylieva und Charlotte Carey jeweils ihr erstes Einzel klar gewonnen – um in der zweiten Einzelrunde ebenso deutlich als Verlierer vom Tisch zu gehen. "Charlotte liegt das Spiel von Polina Trifonova", erklärt Kovac. Und: "Sie kann mit ihren kraftvollen Angriffsschlägen die Ballwechsel gegen das eher abwartende Konter/Block-Spiel Trifonovas immer wieder kurz halten und kommt damit zu schnellen Punkten. Gegen die offensiver agierende Dijana Holonková gelang ihr das wie schon im Hinspiel eher selten." Bei der deutlich passiveren Vasylieva liegen die Präferenzen exakt gegenteilig. Während Weils Spitzenspielerin mit Holonková kaum Mühe hatte, musste sie sich der mit ähnlicher Spielweise ausgestatteten Trifonova geschlagen geben.

Dass es am Ende nicht zumindest zu einem Zähler rechte, hatte seine Ursache im abermals schwächelnden hinteren Paarkreuz. "Auch wenn Großburgwedels Aida Rahmo einen tollen Tag erwischt hat, ist ein Punkt aus vier Einzeln zu wenig", lautete die Kritik von Alen Kovac, die vor allem seiner Nummer vier galt. Anna Kirichenko, schon am Freitag in Tostedt in Einzel und Doppel ohne Erfolg, konnte einmal mehr ihre Zweitligatauglichkeit nicht nachweisen.

Im entscheidenden zehnten Spiel vergab die Finnin gegen Suzanne Dieker eine 2:0-Satzführung und damit auch die letzte Chance des ESV, nach 4:2-Führung zumindest ein Remis zu retten. Das Bestreben, noch einmal oben anzugreifen, erlitt dadurch mehr als nur leichte Kratzer. "Der Zug nach ganz oben ist für uns abgefahren", stellte Kovac nüchtern fest. Und ließ dabei die eigentliche Ambition, um den Aufstieg mitzuspielen, durchblicken. Doch das Thema ist nun durch.


MTV Tostedt – ESV Weil 3:6
Scholz/Koch – Vasylieva/Carey 11:7, 11:7,8:11, 5:11, 7:11; Matzke/Rose – Loyen/Kirichenko 13:11, 11:7, 11:8; Matzke – Carey 6:11, 6:11, 5:11; Scholz – Vasylieva 6:11, 6:11, 13:11, 12:10, 3:11; Koch – Kirichenko 11:8, 10:12, 11:4, 11:6; Rose – Loyen 4:11, 11:3, 7:11, 11:9, 10:12; Matzke – Vasylieva 3:11, 3:11, 12:10, 8:11; Scholz – Carey 8:11, 14:12, 11:5, 11:9; Koch – Loyen 5:11, 11:13, 4:11.
TTK Großburgwedel – ESV Weil 6:4
Rahmo/Dieker – Vasylieva/Carey 10:12, 6:11, 10:12; Trifonova/Holonková 4:11, 11:6, 4:11, 11:9, 11:3; Trifonova – Carey 3:11, 10:12, 9:11; Holonková – Vasylieva 5:11, 3:11, 6:11; Rahmo – Kirichenko 6:11, 11:5, 11:6, 11:4; Dieker – Loyen 4:11, 5:11, 11:8, 9:11; Trifonova – Vasylieva 11:9, 13:15, 11:8, 11:6; Holonková – Carey 11:7, 11:9, 5:11, 11:8; Rahmo – Loyen11:8, 11:5, 4:11, 11:6; Dieker – Kirichenko 3:11, 6:11, 11:6, 11:8, 11:7.

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