Matthias Mohr vom Ruderclub Titisee

202 Ruderkilometer am Stück

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 30. Juni 2017 um 17:36 Uhr

Titisee-Neustadt

Die 2 sollte am Ende davorstehen. Dies war das Ziel der Mannschaft um Matthias Mohr. Er und vier weitere Ruderer aus Aschaffenburg, Karlsruhe, Geesthacht und Hemmoor wollten die 200er-Marke bei der sechsten Auflage von All you can row (Rudern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) knacken.

TITISEE-NEUSTADT. Bereits um 4 Uhr war die Frühstückstafel des Ausrichters Karlsruher Rheinclub Alemannia gedeckt worden und konnte Stärkung gepackt werden. Die ersten Boote waren pünktlich zum Sonnenaufgang um 5:24 Uhr startbereit. Durch die Vielzahl der Boote – 22 Boote bedeutete eine Rekordbeteiligung – verzögerte sich der Start der nachfolgenden Mannschaften, 20 Minuten später war auch das Mohr-Boot auf dem Weg aus dem Karlsruher-Hafen zum Rhein. Dort passierte man Germersheim und Speyer noch mit wenig Schiffsverkehr. Von Worms an sorgte besonders der Freizeitbootbetrieb für hohe Wellen, die ins Boot schwappten. Mehrfach musste die Lenzpumpe betätigt werden. Gegenwind und der Schiffsverkehr führten dazu, dass nicht mehr die Durchschnittszeiten von drei Minuten pro Kilometer wie im Vorjahr, sondern allenfalls vier Minuten erreicht wurden. Das Rheinstück zwischen Mainz und Bingen zeigte noch einmal alle Tücken des Tages mit hohen Wellen und starkem Gegenwind auf. Vom bekannten Binger Loch an entschädigte die fünf Ruderer (Vierer mit Steuermann) die Kulisse des Mittelrheintals. Vor Sonnenuntergang gegen 21:30 Uhr war die Loreley erreicht. Der Mitruderer aus Geesthacht auf die Frage, ob man überhaupt so lange im Boot sitzen kann: "Aussteigen ist unterwegs schlecht. Der Hintern macht sich schon nach drei Stunden bemerkbar. Schlimmer sind die Schwielen an den Händen und der Kater vom Übernachten im Schlafsack. Aber wenn es mal zwickt und zwackt, gehört das dazu."

Das zusammengewürfelte Quintett feierte den Erfolg – 202 Kilometer – mit einem wohlverdienten Bier. Trotz der Strapazen hatten alle Teilnehmer ein Erfolgserlebnis und es zeigte sich wieder, wie gut sich beim Rudern Leistungssport und Breitensport kombinieren lassen.

Matthias Mohr hofft, dass 2018 auch wieder Ruderer aus Titisee teilnehmen. Zunächst steht allerdings beim Ruderclub das Mannschaftsrudern an. Der Club ist 55 Jahre alt, und genau so viele Kilometer muss eine Mannschaft am 7. Juli rudern. Der Ruderclub Titisee hofft auf eine große Teilnehmerzahl wie im vergangenen Jahr.

Matthias Mohr, 56, rudert seit 46 Jahren. 2016 war er, angetrieben durch Helmut Schuler, der mehr als 4000 Kilometer schaffte, 1800 Kilometer im Boot unterwegs.