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14. Mai 2009
Aus Bäumen wird Kunst
Thomas Rees schnitzt vor der Hansjakobschule / Am 13. Juni wird die Neustadttour eröffnet
TITISEE-NEUSTADT (twi/pes). "In Sachen Eröffnung der Neustadttour sind wir in der heißen Phase", sagt Petra Graf. Dass die Kunstmeile in der Wälderstadt Formen annimmt, wird auch außen sichtbar. Am Postplatz werden derzeit die Fundamente für die Hör- und Sprechsteine der Sparkasse gegraben und vor der Hansjakobschule verwandelt der Kappeler Künstler Thomas Rees mit Kettensäge und Stechbeitel zwei alte Linden in überdimensionale Wächterfiguren.
Seit gestern steht das Programm für die groß angelegte Eröffnung der Neustadt-tour am Samstag, 13. Juni. Unter dem Motto "Neustadt kann’s" soll das bürgerschaftliche Engagement in den Vordergrund gestellt werden. Dies wird auch durch die Zusammenarbeit des Arbeitskreises Handwerkerstadt der Zukunftswerkstatt, der Aktion "Hello yellow" und dem "Tag der Musik" der Jugendmusikschule dokumentiert. Nach der feierlichen Eröffnung im Foyer der Sparkasse sind Straßenmusik in der Innenstadt, Führungen auf der Neustadttour und buntes Treiben rund ums Rote Haus mit Bewirtung, Kinderprogramm und viel Musik geplant.Werbung
Bis zum Kunstfest in der Wälderstadt hat der Arbeitskreis Handwerkstadt noch einiges zu erledigen. 40 Wegweiser, die in Lila und Orange auf die Stationen der Neustadttour hinweisen, müssen angefertigt und montiert, die großen Hinweistafeln am Bahnhof und am Rathaus aufgestellt und die Schilder an den historischen Häusern angeschraubt werden.
Für die Grundschüler in der Hansjakobschule gibt es bis dahin noch reichlich Gelegenheit, das Entstehen eines Kunstwerkes hautnah zu beobachten. Rektor Stefan Lotze ist begeistert vom riesigen Interesse der Jungen und Mädchen. Thomas Rees arbeitet auch vormittags, und da haben sie natürlich reichlich Gelegenheit, ihn zu beobachten. Sie können sehen, wie er vorgeht und erleben staunend, wie sich aus den zwei großen Bäumen vor der Schule Gesichter, Arme und Hände entwickeln, die weit in den Himmel greifen.
Gedacht und gefragt, Rees konnte sich das vorstellen und kam im Winter vorbei, um sich die Situation anzuschauen. Was dabei herauskommen würde, war da noch nicht klar, das, so Rees, werde sich während der Arbeit ergeben.
Die jetzige Lösung, mit Stadtförster Dierk Weißpfennig besprochen, hat zur Folge, dass die Bäume als Kunstwerke erhalten bleiben. Natürlich, sagt Lotze, werden die Bäume, gekappt und an der Rinde verletzt, absterben, im Lauf der Zeit verwittern, sich verändern, vielleicht unansehnlicher werden. Lindenholz lässt sich eben zwar gut bearbeiten, ist aber nicht so haltbar wie etwa Eichenholz. Auf der anderen Seite, findet er, sei das ein natürlicher Prozess. Und auch der Umstand, dass die Baum-Kunst die einen begeistern, den anderen nicht gefallen wird, liege in der Natur der Sache, Kunst solle zu Diskussionen anregen.
Das Projekt Baum-Kunst kostet auch Geld. Einen Teil davon steuert der Förderverein der Hansjakobschule bei, den Rest versucht Lotze über Sponsoren zu gewinnen. Wer die Schule unterstützen will, braucht sich nur im Rektorat zu melden.
Autor: twi,pes


