Die Kunst dreier Generationen

Sarah Beha

Von Sarah Beha

Di, 01. Juli 2014

Titisee-Neustadt

Ausstellung des Kunstforums Hochschwarzwald: Ariane Faller und Leszek Budasz zeigen ihre Arbeiten – und die der Familie.

TITISEE-NEUSTADT. Es sind sehr persönliche Werke, die Ariane Faller und Leszek Budasz im Kunstforum Hochschwarzwald zeigen. "DNA" heißt die Ausstellung der in Furtwangen lebenden Künstler, die seit Freitag in Neustadt zu sehen ist.

Nadja Jelinek, eine gemeinsame Freundin der Künstler, eröffnete den Abend mit einem philosophischen Blick auf die Kunst und stellte die Frage, ob und wie weit Sprache Kunst überhaupt beschreiben kann. Die Kunstwerke von Faller und Budasz stellen für sie ein Gesamtkunstwerk dar, welches aus dem Dialog der beiden Künstler entstand und den Betrachter immer wieder dazu einlädt, genau hinzusehen. So bietet etwa die Installation "white cube", die in der Sparkasse Hochschwarzwald zu sehen ist, und aus Holzpaletten und Dachlatten eine Art Haus darstellt, dem Betrachter unterschiedliche Perspektiven und Gelegenheiten, die angebrachten Bildkörper und Zeichnungen einzeln und als Ganzes zu betrachten. "Das ganze Konzept ist geplant, aber wie eine Arbeit dann tatsächlich wird, entscheidet sich immer erst vor Ort und hängt auch stark von den Räumlichkeiten ab. Es ist uns wichtig, dass die Arbeiten Kontakt zum Raum aufnehmen", so Leszek Budasz.

Bilder des Vaters und der Tochter

Die Werke des Paares werden in der Ausstellung "DNA" außerdem von den Arbeiten zweier anderer Künstler ergänzt. Zum einen findet der Betrachter Bilder von der 2011 geborenen Tochter Liv Rosa und zum anderen Werke des Vaters von Mateusz Budasz, Leszek Budasz, die in den achtziger Jahren in Polen entstanden sind. So mischen sich unter die meist mit Öl bemalten Pappkisten und MDF-Platten, umrahmte Zeichnungen und bunte Blumengemälde. 2008 stellten die Künstler bereits Werke im Kunstforum aus. "Das Kunstforum war einer der ersten Räume, in denen wir unsere Arbeiten zeigten. Es ist sehr schön hierher mit etwas mehr privaten Einflüssen zurückzukehren", meinte Budasz.

Faller und Budasz waren von den Zeichnungen ihrer Tochter sehr beeindruckt und luden die Besucher ein, sie genauer zu betrachten. "Die Frage, ob die Werke Kunst sind, sollte dabei ausgeklammert werden, vielmehr kann man sich beim Betrachten begeistern für das unbefangene Schöpferische, was einem Kind noch innewohnt." Wie unterschiedlich die Weltsichten von Kindern und Erwachsenen sein können, zeigt die Fotografie einer Puppe, die Liv mit Pflastern zugeklebt hatte. "Für Erwachsenen hat das Bild gleich etwas Schauriges. Unsere Tochter sagte einfach ,Die Puppe hat Aua’", erklärte Faller. Im Kunstforum sind zudem nicht nur selbstgemalte Bilder von Liv Rosa zu sehen, das Paar dokumentierte viele gemeinsame Momente, die über die Fotografie dargestellt werden, und vermischte sie mit ihren Werken.

Neben diesen sogenannten Hybriden begegnen dem Besucher außerdem eine in den Raum fallende Installation aus Dachlatten und Holzklappböcken sowie die Zeichnungen des Vaters von Budasz, die meist einen religiösen Bezug haben. Mateusz Budasz sieht in diesen immer auch seine eigene künstlerische Entwicklung. In Verbindung mit den Bildern seiner Tochter treten für ihn Generationen in Kontakt, die sich aufgrund der räumlichen Distanz sonst nicht begegnen. So ist die Ausstellung "DNA" vor allem von der Dialogizität der Arbeiten geprägt.

Die Kunstwerke sind noch bis zum 20. Juli in der Sparkasse und dem Kunstforum zu sehen. Das Kunstforum hat immer samstags von 16-18 Uhr und sonntags von 11-13 Uhr geöffnet, am 5. und am 20. Juli sind die Künstler anwesend.