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02. Dezember 2011

Die Stadt soll ihre Schule der Zukunft planen

Landtagsabgeordneter Pix ermuntert Kommunalpolitik.

TITISEE-NEUSTADT. Erst wurde die Werkrealschule umgesetzt, dann mühsam die Standortfrage für die Ganztagsgrundschule geklärt, während für die Ganztagsregelung für die Realschule eine Lösung noch fehlt, da herrscht schon wieder Ungewissheit: Es könnte gut sein, dass Bürgermeister Armin Hinterseh demnächst eine Sondersitzung des Gemeinderats einberuft und mit den Fraktionen und den Schulleitern "Hausaufgaben" bespricht. Dieser Begriff passt, denn es geht um die Zukunft der Schullandschaft in Titisee-Neustadt unter den Vorgaben der grün-roten Landesregierung.

Nicht nur deutete CDU-Stadtrat Gustl Frey als Pädagoge und Rektor beim Antrittsbesuch des Landtagsabgeordneten Reinhold Pix gestern im Rathaus an, dass unter Lehrern und Schulleitern sowie Eltern große Unsicherheit herrsche, was die künftige Organisation der Bildung angeht: "Ist die Gemeinschaftsschule der Rettungsschirm für alle bedrohten Standorte", wollte er wissen, "gibt es einen Bedarfsplan" oder welche Schule es künftig wo in Neustadt geben soll?

"Notre-Dame war auch erstmal ein Steinbruch"

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Auch Pix selbst räumte ein, dass man noch den Eindruck von Chaos oder "einem großen Steinbruch" gewinnen könne – "aber Notre-Dame war auch erstmal ein Steinbruch!". Er gab der Kommunalpolitik ausdrücklich den Rat, sich eingehend mit der Frage zu beschäftigen, welche Vorstellungen von Schule man in Titisee-Neustadt hat und in welche Richtung man sie führen wolle. Die Landesregierung verfolge jedenfalls das Ziel, die Entscheidung darüber den Kommunen zu überlassen. Schule solle "nicht wie bisher von oben aufgedrückt werden", wie er mit einem Seitenhieb auf die bisherige Schulpolitik in Stuttgart sagte, sondern die Städte und Gemeinden sollen selber überlegen, "wie es für sie gut ist", wie sie vor Ort die Bildung für die junge Generation organisieren möchten.

Kommunen sollen sich Rat holen

Das Konzept Gemeinschaftsschule sei ein- und mehrzügig denkbar und verlange nur ein pädagogisches Konzept. Ansonsten setze die Schulpolitik keinerlei Vorgaben außer der, dass die Anforderungen der Ganztagsschule erfüllt sein müssen. Man gehe davon aus, dass alle Lehrer engagiert sind und alle Eltern das Beste für ihre Kinder wollen.

Die Kommunen sollten sich nicht scheuen, für ihre Überlegungen für das richtige Modell jedweden fachlichen Rat einzuholen, eine entsprechende Stelle soll beim Regierungspräsidium eingerichtet werden. Und sie müssten sich klar werden darüber, wie sie Bildung räumlich einrichten können oder wollen.

Pix betonte die Bildung als "weichen Standortfaktor" und zeigte sich überzeugt davon, dass das Konzept der Landesregierung als gut anerkannt werden wird. Es werde etwa auch den Wettbewerb unter den Schulen fördern. Er behauptete, dass unter den bisherigen Rahmenbedingungen der ländliche Raum der Verlierer der Bildungsstrukturen gewesen sei.

Autor: Peter Stellmach