Ein ausgezeichneter Clown

Gert Brichta

Von Gert Brichta

Di, 13. Oktober 2015

Titisee-Neustadt

Daniel Wangler erhält in Eisenbach den mit 5000 Euro dotierten Ulrich-Beer-Förderpreis.

EISENBACH. Zum zweiten Mal verlieh die Eisenbacher Autorenstiftung den Ulrich-Beer-Förderpreis – eine Auszeichnung für künstlerisch tätige junge Menschen, die sich in und um Eisenbach verdient gemacht haben. Nach dem Literaten Denis Utlu durfte nun der Clown und Schauspieler Daniel Wangler den mit 5000 Euro dotierten Preis entgegennehmen.

Vor zehn Jahren gründete der Autor und Psychologe Ulrich Beer, der sich 1986 in Oberbränd niedergelassen hat, die Autorenstiftung. Gemeinsam mit Anngrit Hacker legte Beer auch den Grundstein für den Förderkreis Kreatives Eisenbach, einen Verein, der an die Kraft des geschriebenen Wortes glaubt und unter anderem den Eisenbacher Dorfschreiber-Wettbewerb ins Leben gerufen hat. Dass mit Daniel Wangler nicht ein Autor, sondern ein Schauspieler den Förderpreis in Empfang nehmen durfte, unterstreicht die Qualität Wanglers, dessen beruflichen Werdegang die BZ in den vergangenen Tagen ausführlich beleuchtete. Wangler trat in den vergangenen Jahren immer wieder in Eisenbach auf und faszinierte dabei Alt und Jung, er vermittelte seine Erfahrungen und Kenntnisse zudem in verschiedenen Workshops.

Eckard Bade, ein Freund und Weggefährte Wanglers, sprach bei der Preisverleihung die Laudatio. Frisch und lebendig beleuchtete Bade den Lebenslauf von Daniel Wangler, vom gelernten Industriemechaniker über die Ausbildung zum Krankenpfleger bis hin zum heutigen künstlerischen Wirken. Bade würdigte das Talent seines Freundes, der nicht einfach nur Schauspieler sei, sondern der die Auftritte mit einer Melange aus Clownerie, Pantomime, Parodie und Elementen des Figurentheaters würze. "So entsteht die Kunst, Menschen unterschiedlichsten Alters zu faszinieren. Nicht fehlen darf dabei eine gehörige Portion Humor", so Bade. Wangler sei ein Eisenbacher Original, der hier die Grundbegriffe der Unterhaltung erlernt habe. Seine Frau stehe voll und ganz hinter seinem Wirken und die ganze Familie unterstütze Wangler. Seine Mutter Angela Wangler sorgt für die Requisiten und näht die Kostüme. Vater Paul baut die Kulissen und Bruder Markus bereichert mit seiner Lebensgefährtin die Auftritte musikalisch – so auch bei der Preisverleihung am Wochenende. Auch dort zeigt Daniel Wangler sein Können. Er wechselte von der Bühne ins Parkett, bot da wie dort Auftritte mit geistreichen Wortspielereien und beeindruckender schauspielerischer Leistung – die vielen Zuschauer wurden bestens unterhalten.

Der Höhepunkt des Abends aber war die Preisverleihung. Roswitha Beer, die Witwe von Ulrich Beer, überreichte den mit 5000 Euro dotierten Ulrich-Beer-Förderpreis nebst Urkunde. Sie würdigte Körpersprache, Mimik, Gestik, schauspielerisches Talent und die begnadete Kunst des unterhaltenden Clowns Daniel Wangler. Er wiederum erinnerte an das Wirken von Ulrich Beer und lobte das Engagement der Autorenstiftung. Er dankte weiter seiner Frau, seinen Eltern und seinem Bruder für die Unterstützung.

Mit Daniel Wangler wurde ein gebürtiger Eisenbacher ausgezeichnet, dessen Schaffenskraft und Wirken etwas ganz Besonderes sind, der pures Entertainment bei seinen Auftritten bietet und der trotz seines Erfolgs der sympathische Junge "us äm Mösle" geblieben ist.