Er dreht das Sternensymbol

Sarah Beha

Von Sarah Beha

Di, 28. April 2015

Titisee-Neustadt

Das Kunstforum Hochschwarzwald zeigt Heinrich Grafs "Gesichter, Masken, Symbole".

TITISEE-NEUSTADT. Das Kunstforum Hochschwarzwald stellt mit den Werken Heinrich Grafs einen Künstler aus den eigenen Reihen vor, dessen umfangreichen Ausstellungen "Gesichter, Masken, Symbole" an drei Orten in Neustadt zu sehen sind. Die "Masken" begegnen den Besuchern in der Sparkasse und Betrachtern werden die Ähnlichkeiten zu afrikanischen und keltischen Maskendarstellungen, besonders aber zu den alemannischen Fasnachtslarven auffallen. "Ich beschäftige mich schon lange mit alten Kulturen", erklärt Heinrich Graf, "die älteste Maske ist viele Tausende von Jahre alt, der Wunsch, jemand anderes zu sein oder sich zu verbergen, ist also schon sehr früh ein Bedürfnis der Menschen gewesen und Masken können ganz unterschiedliche Funktionen haben." Die verschiedenen Masken zeichnete der Künstler mit mehr als dreißig Jahre alter Ölkreide und durch Druck und Glättungstechnik gelang es ihm "dem Blatt Papier regelrecht eine Haut über zu ziehen", wie es der befreundete Künstler Mateusz Budasz in seiner Einführung bei der Eröffnung am Freitagabend in den Ausstellungsräumen schildert.

Nicht eine Technik, sondern ein Thema

Heinrich Graf ist Bauzeichner, Ingenieur und Neustadts ehemaliger Stadtbaumeister, seit den achtziger Jahren nahm er Unterricht an Kunstschulen und vertiefte sein Interesse an der Bildenden Kunst. "Ich lege mich nicht gerne auf eine Technik fest, sondern lieber auf ein Thema", erklärt Graf.

Bei seinen "Gesichtern", die im Rathaus zu sehen sind, verwendete er unter anderem eine Drucktechnik, bei der die Farbe zunächst auf eine Glasplatte gestrichen und dann auf das Papier gedruckt wird. Bei diesen "Monotypien" spiele der Zufall zwar eine große Rolle, so Graf, "die Gesichtsausdrücke sind aber geplant." Kunstdozent Budasz spricht von "kontrollierter Spontanität (...) Graf sucht nach Umsetzungslösungen, die es ihm erlauben, eigene Gefühlszustände und Empfindungen einfließen zu lassen."

Seine "vielschichtigste Serie" sieht Graf in den Werken zu seinem Thema "Symbole", die noch bis zum 17. Mai in den Räumen des Kunstforums Hochschwarzwald zu sehen sind. Leitmotiv ist ein Symbol, dem Graf während seiner Beschäftigung mit altägyptischen Wandmalereien begegnet ist. Ein Sternensymbol im Grab der Nefertari, das Graf um 90 Grad drehte und das nun an eine "stark reduzierte Darstellung des Menschen in einer Pose, die in der Umsetzung von Leonardo da Vinci am populärsten ist, erinnert", so Budasz.

In den Werken lassen sich laut Graf noch weitere Symbole finden. Diese Zeichen wurden im Straßburger Münster gefunden, Steinmetze und Baumeister wollten verewigen. Zentral blieb für Graf aber die eine Figur, die an einen Menschen erinnert und das Spiel mit den Proportionen zum Raum. Dass der Betrachter bei der Darstellung eines Symbols immer auch dessen Bedeutungsgehalt zu suchen scheint und dass die Symbole unterschiedlich aufgefasst werden können, sei Teil der Kunst. Eine Verbindung zwischen den drei Themen "Gesichter, Masken, Symbole" sieht Graf nicht unbedingt, "es sind eigenständige Arbeiten", gemeinsam sind ihnen aber die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit einem Thema und die Hingabe, die der Künstler Heinrich Graf in seine Arbeit steckt.

Öffnungszeiten der Ausstellung im Kunstforum: 24. April bis 17. Mai: samstags: 16-18 Uhr; sonntags: 11-13 Uhr
http://www.kunstforum-hochschwarzwald.de