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02. Dezember 2014

Hilfe für den Zappelphilipp

Heidelberger Arzt und Therapeut informiert in Titisee über ADHS.

TITISEE-NEUSTADT (zwi). Abkürzungen können auch gnädig sein. "ADHS" beispielsweise steht für "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung". Das Wortungetüm könnte dazu verleiten, die Aufmerksamkeit ganz schnell auf andere, weniger abschreckend klingende Themen zu richten. Doch es geht um ein wichtiges Thema für betroffene Kinder und Jugendliche und ihr soziales Umfeld wie Familie, Freunde und Schule. "ADHS – na und?", unter diesem Titel klärt am Mittwoch der Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeut Dr. Helmut Bonney im Kurhaus Titisee über dieses Phänomen auf.

Der Facharzt aus Heidelberg, der auch Familientherapeut und Buchautor ist, gilt als Experte für ADHS. Bei dieser Störung handelt es sich für Bonney nicht um eine Krankheit. Zunehmend mehr Kindern wird bei Verhaltensauffälligkeiten wie dem "Zappelphilipp"-Syndrom diese Diagnose gestellt. Oft wird ADHS medikamentös behandelt. Ritalin ist der wohl bekannteste Handelsname des Methylphenidats. Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Stimulans, das in Deutschland als Betäubungsmittel eingestuft ist. Wegen möglicher Nebenwirkungen ist es umstritten. Bonney sieht darin keine Heilung, somit auch keinen dauerhaften Ausweg. Seine langjährigen Erfahrungen mit "aufmerksamkeitsgestörten" Kindern und Jugendlichen und aus der Zusammenarbeit mit ihren Familien, Kindergärten und Schulen haben zu individuellen Lösungen geführt.

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In seinem Vortrag im Kurhaus (Beginn 19.30 Uhr) berichtet der Experte nach einer Einführung in die Thematik über die Konzeption seiner Arbeit und hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten. Zudem gibt er Hinweise, die bereits vorbeugend nützlich sein können.

Helmut Bonney kommt auf Einladung der Ökumenischen Erwachsenenbildung in den Hochschwarzwald. Beteiligt an dieser Veranstaltung sind auch das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald, die Hansjakobschule und die Psychologische Beratungsstelle des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald für Eltern, Kinder und Jugendliche. Laut Peter Ludorf von der Ökumenischen Erwachsenenbildung gibt der Vortrag Denkanstöße und zeigt viele mögliche Auswege aus der Diagnose ADHS.

Autor: zwi