Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

24. Juni 2014

Hangsicherung

Seesteige auf der B 317 wird für drei Monate zur Baustelle

Ferienzeit ist Reisezeit und im Hochschwarzwald meist auch Bauzeit: Die Seesteige auf der B 317 wird für drei Monate zur Baustelle.

  1. Die kleinere der beiden Flächen wird jetzt aufgefangen. Foto: RP FREIBURG

TITISEE-NEUSTADT (pes).

Das Regierungspräsidium Freiburg lässt von der kommenden Woche an zwischen Titisee und dem Abzweig B 315 auf rund 450 Meter Länge eine Hangsicherung einbauen. Da die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung mit Ampel ausgeführt werden können, braucht der Verkehr nicht umgeleitet zu werden.

Peter Wernet, der im Regierungspräsidium für das Projekt verantwortlich ist, beziffert den Umfang des Bauauftrags mit rund 900 000 Euro, erteilt ist er an die Firma Schmidt Hoch- und Tiefbau.

Das Bauvorhaben sei "notwendig, um den Hang dauerhaft zu sichern und damit künftigen Straßenschäden vorzubeugen", erläutert Wernet. Dazu baut die Firma einen Stahlbetonrandbalken, der auf rund 300 senkrechten Mikrobohrpfählen gegründet wird. Die Bohrungen haben einen Durchmesser von zwölf Zentimetern und sind zehn Meter tief. In diese wird ein Tragglied aus Stahl eingebracht und anschließend mit Mörtel verpresst. Wernet zufolge hat sich in der Vergangenheit der Straßenkörper durch Setzungen schon so verformt, dass es zu Rissen in der Fahrbahn kam. Die schlimmsten Schäden mussten im Spätjahr 2013 mit einer provisorischen Asphaltschicht kurzfristig saniert werden.

Werbung


Gefahr im Verzug sei nicht, sagt Präsidiumssprecher Joachim Müller-Bremberger, die Probleme seien nur oberflächlich. Jedoch müsse jetzt eingeschritten werden, um vorläufig Einhalt zu gebieten und einer ganz großen Baumaßnahme vorzubeugen. Wie lange das hält? Das könne man nicht sagen, meint er, man werde die Sache beobachten, ohnehin würden die Straßen regelmäßig geprüft.

Laut Ingenieurgeologe Clemens Ruch im Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium ist dieses Phänomen im Südschwarzwald wie an den Steigen der Schwäbischen Alb oder im Neckartal keine Seltenheit. Im Fall der B 317 beschreibt er die geologische Situation so: "Die Straße verläuft an der Seesteige in dem bis zu 35 Grad steil zum Titisee abfallenden Hang, der zwar auf kristallinem Grundgebirge aufbaut, auf dem aber natürliches Lockergestein aufliegt; dieses besteht wesentlich aus unterschiedlich mächtigen Sedimenten der letzten Eiszeit. Das in diese Gesteinsauflage eintretende Wasser mindert deren Stabilität und führt zu oberflächennahen Hangbewegungen".

Die B 317 wird nicht das einzige Nadelöhr sein

Die Ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte des LGRB weist im Umfeld der B 317 zwischen Titisee und dem Abzweig B 315 zwei Hinweisflächen für Massenbewegungen aus, die sich aus der Auswertung eines hochauflösenden digitalen Geländemodells ergeben; die nördliche dieser Flächen bereite nun die Probleme bereite, denen man jetzt mit dem Bauvorhaben begegne. Ob und wann die zweite Fläche gerichtet werden muss, die sich etwa von der Abzweigung der B 315 an westlich erstreckt, ist nicht bekannt.

Die B 317 wird nicht das einzige Nadelöhr sein. Auf der Bundesstraße 31 ist die Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt Falkensteig so stark strapaziert, dass das Regierungspräsidium für die Woche vom 4. bis zum 11. August eine umfassende Fahrbahndeckenerneuerung plant. Wegen der relativ geringen Fahrbahnbreite können die Arbeiten nur unter Vollsperrung laufen, sodass der Verkehr in Richtung Donaueschingen über den Spirzen und in Richtung Freiburg über St. Peter umgeleitet wird. Die Firma Joos wird auf einer Fläche von rund 10000 Quadratmetern die alte Fah rbahndecke abfräsen und dann eine neue Asphaltbinder- und -deckschicht einbauen. Zusätzlich werden sämtliche Straßenabläufe und 75 Meter Gehweg erneuert", erläutert Projektleiter Peter Wernet. Man habe die Arbeiten bewusst in die Schulferien gelegt, dann sei spürbar weniger Schwerlastverkehr auf den Straßen unterwegs und die Belastung auf der der engen Umleitungsstrecke geringer.

Autor: pes