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11. Juli 2017

Toter Wolf aus dem Schluchsee geborgen

Verletzungen an der Brust / Vermutlich Tier aus Breitnau.

SCHLUCHSEE (dpa/rys/sgi). Die Feuerwehr Schluchsee hat am Samstagnachmittag an der Staumauer ein totes Tier aus dem Schluchsee geborgen und war zunächst davon ausgegangen, es handele sich um einen toten Hund. Nach Auskunft der Polizei Titisee-Neustadt habe das Tier schon mehrere Tage im Wasser gelegen, entsprechend schlecht sei der Zustand des Kadavers gewesen. Nach Augenschein habe man nicht sagen können, ob es ein Hund oder ein Wolf gewesen ist.

Doch nach Angaben des Umweltministeriums in Stuttgart hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg das Tier am Montag untersucht und am späten Nachmittag bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Der tote Wolf hat Verletzungen im Brustbereich. Woher die Verletzungen stammen und was die genaue Todesursache ist, sei bislang unklar und werden nun untersucht. Da die Untersuchungen aufwändig seien, werden die Ergebnisse voraussichtlich erst in etwa vierzehn Tagen vorliegen, heißt es aus dem Ministerium.

Erster Wolf im Land vor einem Jahr gesichtet

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"Ich bedaure, dass der Wolf bei uns im Land nur wenige Wochen überlebt hat", so Umweltminister Franz Untersteller. Der Leiter des Hauses der Natur am Feldberg, Stefan Büchner, war gestern in Stuttgart und wusste von dem Fund im Schluchsee nichts. Auch bei einem Termin bei Umweltminister Untersteller habe der Minister keine Silbe über einen toten Wolf im Schluchsee verloren, so Büchner auf Nachfrage.

Den Erkenntnissen der FVA zufolge ist es möglich, dass es sich um das Tier handelt, das am 21. Juni zuerst in der Gegend von Überlingen am Bodensee gesehen worden war. Danach war der Wolf auch in der Nähe von Stockach, bei Bad Dürrheim und zuletzt am vergangenen Dienstagabend von einem Landwirtschaftsmeisterschüler bei Mäharbeiten auf dem Fahrenberg bei Breitnau gesichtet worden.

Vor rund einem Jahr hatte das Land die Rückkehr des Wolfs in den Südwesten verkündet. Es war die erste Sichtung eines lebenden Wolfs seit mehr als 150 Jahren. Davor waren bei Lahr und bei Merklingen an Autobahnen zwei überfahrene Wölfe gefunden worden.

Autor: sgi, rys