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16. Juni 2010
Volle Reihen für volle Klänge
Männerchor, AHC und Alphornbläser drücken mit einem abwechslungsreichen Programm die Schurthplatz-Wehmut beiseite.
TITISEE-NEUSTADT. "Das kann nicht sein", findet Rüdiger Schwarz, wenn er über den oft leer und verlassen da liegenden Schurthplatz nachdenkt. Früher sorgten regelmäßig gut besuchte Kurkonzerte für Leben, und der Schurthplatz hat ja auch nichts von seiner lauschigen Schönheit verloren, üppige Sommerblüher wippen in lauer Abendluft. Doch der stellvertretende Vorsitzende des Männerchors Hochfirst und leidenschaftliche Sänger vermisst die Fürsprache für die Kultur, die kulturellen Vereine seien zu wenig miteinander vernetzt. Er hat Visionen von einem Kulturbund, der alle kulturell geprägten Vereine der Musik, der Kunst und des Theaters im Hochschwarzwald vereint. Das würde die Stellung und die Interessen der Kultur wirkungsvoll stärken, ist seine Überzeugung; er hat in der Sache bereits Gespräche mit anderen Vereinsvorständen geführt.
Um den Liebhabern der volkstümlichen Musik immerhin dieses Wochenende auf dem Sachurthplatz zu versüßen, riefen die singenden Männer vom Hochfirst den Akkordeon- und Harmonikaclub Neustadt und die Alphornbläser Neustadt zum gemeinsamen Konzert.
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Die Akkordeonspieler begannen den noch hellen Samstagabend mit einer modernen und flotten Mischung bekannter Film- und Musicalmelodien. Die Hochfirstsänger widmeten den Damen jeden Alters ein romantisches Konzert, und dankbar sangen die Zuhörer beinahe geschlossen die Zugabe "Bayazzo" mit. Die Alphornbläser präsentierten anschließend mit ihren beeindruckenden Instrumenten ein überraschend abwechslungsreiches Programm. So ein kleines Festival der Volksmusik hat den Vorteil, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist, und einem großen Publikum von Jung bis Alt einen abwechslungsreichen Abend bietet.
Auch Fritz Heilbock, Dirigentenlegende des Akkordeon- und Harmonikaclubs und Träger der Rudolph-Würthner-Medaille, erinnert sich an die goldenen Zeiten auf dem Schurthplatz, als das Kurorchester noch täglich ein Konzert gab und sich die Zuhörer auf allen Wegen des Platzes drängten. Heute sitzt er selbst im Publikum, das alle Plätze belegt, und genießt den bunten Konzertabend. Die Worte von Gustav-Adolf Haas hätten ihn berührt, sagt er, Haas sprach mahnend, "dass es sich gehört, denen zu danken, die etwas tun." Also gilt es zu danken den mitwirkenden Musikern für dieses schöne Sommerkonzert unter freiem Himmel.
Autor: Marion Pfordt
