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30. April 2009
Voller Sympathie für den Schwarzwald
Erste Einzelausstellung nach mehr als 30 Jahren / Julius Heffners Bilder sind bis Ende Juni im Schwarzwälder Skimuseum zu sehen.
HINTERZARTEN. Ein "vergessener Maler" des Schwarzwalds rückt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Bis 28. Juni zeigt das Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten Ölgemälde, Zeichnungen und Gouachen von Julius Heffner. Der Künstler widmete sich zeitlebens vor allem der Landschaftsmalerei, seine Eindrücke sammelte er auf Wanderungen.
Am 19. Februar 1877 in Bretzingen/ Odenwald geboren, zog Heffner 1900 nach Freiburg und fand dort eine Anstellung an der Gewerbeschule als Fachlehrer für das Malerhandwerk. In seiner Freizeit widmete sich der Autodidakt dem Zeichnen und Malen. Von 1906 an waren seine Werke in verschiedenen Ausstellungen zu sehen. Nach Kriegseinsätzen in Polen und der Türkei nahm er 1919 wieder seine Lehrtätigkeit auf. 1927 wurde er zum Studienrat ernannt. 1920 und 1922 stellte er in Buenos Aires aus, wohin seine Brüder Emil und Oskar vor dem Ersten Weltkrieg ausgewandert waren. Heffner war Gründungsmitglied der Gemeinschaft "Die Schwarzwälder". Zu seinem 60. Geburtstag 1937 fand in der Jahresausstellung "Die Schwarzwälder" eine Retrospektive statt. Heffner starb am 2. Februar 1951 in Freiburg. 1976 würdigte eine Gedenkausstellung zum 100. Geburtstag im Erfatal-Museum in Hardheim sein Wirken.
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Heffner war unter den Schwarzwälder Malern hoch angesehen, betonte die Kunsthistorikerin Margret Zimmermann bei der Vernissage im Skimuseum: "Sein bevorzugtes Gebiet war der südliche Schwarzwald mit dem Feldberg." Dass sein Schaffen dennoch fast in Vergessenheit geriet, führte Zimmermann auf den zerstreuten Privatbesitz der Bilder zurück, zudem sei ein umfangreicher Bestand mit persönlichen Unterlagen und Dokumenten nicht bearbeitet. Zimmermann: "Heffner gebührt es, mit anderen bisher ebenfalls wenig beachteten badischen Künstlern, umfassend ausgestellt, bearbeitet und gewürdigt zu werden."
Großneffe Andreas Heffner aus Berlin dankte unter anderen besonders Zimmermann und Museumsleiterin Brigitte von Savigny: "Nach mehr als 30 Jahren gibt es erstmals wieder eine Einzelausstellung." Er teilte seine Freude mit Bürgermeister-stellvertreterin Sylvia Schnur: "Heffner war mit dem in Hinterzarten beheimateten Schwarzwaldmaler Hermann Dischler eng befreundet. Seine Sehnsucht nach den Schwarzwaldhöhen und Landschaften ist in den Bildern spürbar." Die "kleine Galerie" im Hugenhof genieße in Kunstkreisen einen guten Namen.
Die Museumsleiterin hat zur Heffner-Ausstellung zusammen mit Ulrike Claeys aus Furtwangen einen 100-seitigen Katalog erstellt. Darin wird das Lebenswerk des Künstlers gewürdigt und sind zahlreiche seiner Gemälde abgebildet. In den unteren Räumen sind die Bilder aus Freiburg und dem Dreisamtal zu sehen, weiter oben befinden sich die Gemälde von den Schwarzwaldhöhen.
Autor: Dieter Maurer


