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16. Januar 2009

Mehr als ein Hobby

REGENERATIVE ENERGIEN IN TODTMOOS: Zwei Wasserkraftwerke liefern Strom für Sägewerk.

TODTMOOS. Die Gemeinde Todtmoos ist stolz auf den hohen Anteil regenerativer Energie . Im Energiemix können rund zehn Prozent des Strombedarfs von den Betreibern der sieben Kleinwasserkraftwerke auf Todtmooser Gemarkung abgedeckt werden. Einer von ihnen ist Christian Zumkeller, der in Todtmoos-Au das Familienunternehmen Zumkeller Holz in siebter Generation weiterführt. Seiner Meinung nach ist das Potenzial der Wasserkraft im Schwarzwald noch längst nicht ausgeschöpft.

Der Strom für Christian Zumkellers Säge- und Hobelwerk plus Zimmerei wird von zwei Kleinwasserkraftwerken im Besitz der Familie produziert. Das kleinere Kraftwerk, das mit von der Wehra abgezweigtem Wasser betrieben wird, liegt direkt auf dem Firmengelände. Das entsprechende Wasserrecht besitzt die Familie seit 1871. Die Jahresleistung beträgt rund 75 000 Kilowatt.

Das Gelände für das zweite, größere Kraftwerk – ebenfalls in Au – erwarb Christian Zumkellers Vater Hans-Joachim Anfang der 90er Jahre. Dort wird das Wasser des Fetzenbachs über ein Staubecken in das zugehörige Kraftwerk geleitet. Da das Gefälle des Fetzenbachs an dieser Stelle stark ist und somit der Wasserdruck hoch, erzielt das Kraftwerk eine Jahresleistung von 260 000 Kilowatt. Was der Betrieb nicht selber braucht, wird an den örtlichen Stromanbieter verkauft.

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Der Kauf des Geländes und die Reaktivierung des ehemaligen Wasserkraftwerkes am Fetzenbach sei damals eine große Investition gewesen, berichtet Christian Zumkeller. Kleinwasserkraft sei zwar immer auch ein Hobby, sagt er, dennoch ärgert er sich über den geringen Preis von 7,67 Cent pro Kilowattstunde, den der Stromdienstleister bezahlt. Das sei wirtschaftlich nicht sehr attraktiv (zum Vergleich: Solarstrom für Betreiber von Anlagen bis zu einer Größe von 30 Kilowatt wird derzeit mit 43,01 Cent pro Kilowattstunde vergütet).

Der Weg zur behördlichen Zulassung eines kleinen Wasserkraftwerks sei enorm aufwändig und dauere Jahre. Dazu kämen die laufenden Unterhaltungsarbeiten, etwa die Wartung der Turbinen, Reparaturen an den Maschinen oder die regelmäßige Entfernung des abgesetzten Laubs und Gerölls, das beim Wassereingang mit einem Rechen aufgefangen wird, bevor das Wasser ins Kraftwerk geleitet wird.

Dass es so schwierig sei, die Genehmigung für ein Kleinwasserkraftwerk zu bekommen, sei politisch gewollt, schätztChristian Zumkeller ein und berichtet von etlichen Interessenten in der Region, die sich um ein Wasserrecht bemüht hätten und vom Landratsamt eine Abfuhr erhielten: "Den Behörden ist es lieber, ein großes Kraftwerk am Rhein zu haben als 30 kleine in den Schwarzwaldbergen", sagt er. In der Hauptsache werde mit dem Naturschutz gegen Neuzulassungen argumentiert. Demnach gefährde der Eingriff in die Bach- und Flussläufe den Lebensraum der dort lebenden Fische und Mikroorganismen.

Demgegenüber ist Christian Zumkeller der Meinung, dass es durchaus ökologisch vertretbare technische Lösungen gebe, mit denen Naturschützer und Betreiber von Kleinwasserkraftwerken gleichermaßen zufrieden sein könnten. Es gebe auf Todtmooser Gemarkung noch einige weitere Standorte, an denen sich der Bau neuer Kleinwasserkraftwerke lohnen würde, sagt er. Der große Vorteil der Kleinwasserkraftwerke sei, dass der Strom dort produziert werde, wo er benötigt wird – was einen Stromverlust in den Leitungen auf weiten Wegen verhindere. Und vor allem: Angesichts einer zerstörerisch hohen Kohlendioxid-Produktion und dem Einsatz zweifelhafter Technologien wie der Atomkraft bei der Energiegewinnung sei von behördlicher Seite – auch auf regionaler Ebene – ein schnelles Umdenken in Richtung regenerativer Energien dringend nötig, findet er.

Autor: Susanne Filz