Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

08. November 2011

Ganz normales Mathe-Genie

Mit 13 an der Uni: SWR-Fernsehen begleitete Jan Steinebrunner aus Todtnau .

  1. Kaffee, Kuchen, Kamera: Jan Steinebrunner zu Hause mit Mutter und Cousine beim Besuch des Fernsehteams. Foto: HanNah Steinebrunner

TODTNAU/SCHÖNAU. "In der fünften und sechsten Klasse war er genau das Gegenteil", erzählt Sabine Steinebrunner über ihren Sohn Jan, "die Schule machte ihm keinen Spaß mehr und er war oft unzufrieden." Davon ist nichts mehr zu merken. Seit Semesterbeginn darf der 13-jährige Jan Steinebrunner an der Albert-Ludwig Universität in Freiburg Mathe und BWL studieren – auch ohne Abitur. Drei Mitarbeiter des SWR-Fernsehens haben den jüngsten Mathestudenten Baden-Würtembergs einen Tag lang begleitet.

Das Abitur durfte er im vergangenen Jahr, sehr zu seinem Leidwesen, nicht mitschreiben, obwohl er in den Mathe-Klausuren die bestmögliche Punktzahl erreichte, da das Abitur in allen Fächern gleichzeitig geschrieben werden muss. Jedoch setzten sich die Eltern und die Schule gemeinsam für Jan ein und ermöglichten ihm dieses Jahr das Studium. Als das Fernsehteam in der Uni auf ihn wartet, kommt er etwas abgehetzt in die Eingangshalle, da er wenigen Minuten zuvor in einem anderen Gebäude über Algebra gebrütet hatte. Souverän und wie ein alter Hase beantwortet Jan die Fragen von Reporterin Anette Rohrer und nimmt die Anwesenheit der Kamera ganz gelassen. Auch in den 90 Minuten BWL-Vorlesung ist das SWR-Team hautnah dabei.

Werbung


In den Vorlesungssaal passen gut 500 bis 700 Studenten. Alle Plätze sind belegt, sodass viele Studenten auch auf den Treppen sitzen oder stehen. Auf Jan ist eine riesige TV-Kamera gerichtet. Die Fernsehreporterin berichtet, dass Jan froh sei, studieren zu können. Das Schulsystem sei ihm "etwas zu eng". Jan sucht sich seine Fächer lieber selber aus. Als nächstes geht die Fahrt in das Gymnasium Schönau, in dem Jan die neunte Klasse besucht. In die Schule muss er trotz seiner Hochbegabung, auch wenn er vom Matheunterricht befreit ist. Das SWR-Team begleitet ihn im Englischunterricht. Dass er den Stoff, den er an diesem Vormittag verpasst hat, am Wochenende nachholen muss, sieht er nicht so eng.

Auch Zuhause bei Jan Steinebrunner sind die Anette, Rohrer, Melchen Bijker (Ton) und Jochen Sülberg (Kamera) dabei. Auf die Frage, ob sie manchmal keine Angst hätten, dass es Jan zu viel wird, erklären die Eltern, dass sie sich schon ein bisschen Sorgen machen. An den Matheblättern der Uni sitzt Jan schon mal gut und gerne drei Stunden. "Manchmal vergisst er sogar das Essen und Trinken", sagt Sabine Steinebrunner. Doch all die Arbeit ist freiwillig. Jan braucht immer neue Herausforderungen, um sich nicht zu langweilen. Sabine und Bernhard Steinebrunner stellen klar, dass sie kein gedrilltes Mathegenie wollen. Der Spaß und seine Hobbys dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb macht Jan auch Karate, fährt Ski, liest gerne und hängt mit seinem besten Freund im Wald herum. Zurzeit trainiert Jan auch für den Halbmarathon, für den er allerdings noch etwas zu jung ist.

Jochen Sülberg filmt Jan, wie er einen Baum im Garten erklimmt, beim Kniffeln mit dem Zauberwürfel, beim Richten der Unitasche und wie er es sich mit einem seiner Lieblingsbücher auf dem Sofa gemütlich macht. Auch das regelmäßige Intervalltraining mit seinem Vater wird gefilmt. Vom Filmmaterial des ganzen Tages wurde nur etwa drei Minuten in der SWR- Landesschau gezeigt.

Wer die kurze Reportage am 27. Oktober verpasst hat, kann sie sich unter http://www.swr.de/landesschau-bw noch anschauen.

Autor: Hannah Steinebrunner