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30. März 2010 17:14 Uhr

Endlich ein festes Zuhause gefunden

Kulturhaus Todtnau in alter Bürstenfabrik

Der Verein für Heimatgeschichte firmiert künftig unter "Kulturhaus Todtnau" und hat mit der Anmietung der alten Bürstenfabrik Wißler einen großen Schritt auf dem Weg zum Ziel gemacht

  1. Im Internet ist das „Kulturhaus Todtnau“ schon ein Begriff Foto: Hermann Jacob

TODTNAU. Der ersten Bürstenfabrik im Schwarzwald möchte der Verein für Heimatgeschichte unter seinem neuem Vereinsnamen "Kulturhaus Todtnau" neues Leben einhauchen. Er hofft, mit der 1840 gegründeten ehemaligen Todtnauer Bürstenfabrik Wißler in der Fridolin-Wißler-Straße nicht nur vorübergehend ein Dach über dem Kopf, sondern auf Dauer eine Bleibe gefunden zu haben für ein Haus für Kunst, Kultur und Museumsstücke. Derzeit ist der Verein allerdings nur Mieter des in Privatbesitz stehenden Objekts.

"Wir haben jetzt ein festes Zuhause. Wir haben es zu einem günstigen Preis gemietet und wir können uns ausbreiten", sagte die Vereinsvorsitzende Monika Schneider bei der Mitgliederversammlung. Viel Puste brauchte der 1985 gegründete Verein bislang für sein großes Wunschziel. Mit seinen Exponaten hat er schon mehrere Umzüge und in Aussicht stehende Objekte hinter sich gelassen. Planungssicherheit für die nächsten Jahre besteht allerdings noch nicht, nun kommt die experimentelle Phase, so Monika Schneider.

Mit einem Kulturhaustag soll der Öffentlichkeit am Sonntag, 25. Juli 2010 das Gebäude sowie Kunst und Kultur zum Ansehen, Anhören und Mitmachen präsentiert werden. Der Verein hofft dann, einen Schritt weiter zu kommen, was die Azeptanz der Kulturhausidee und auch die Verhandlungen mit der Eigentümerin betrifft. Auf der hohen Kante hat der Verein derzeit etwa 38 000 Euro. Um das bereits in der Planung vielversprechend klingende Programm für den Kulturhaustag kümmern sich die neu gewählten Abteilungsleiter Hans Gelpcke (Literatur), Christoph Buck (Musik und Kleinkust), Dr. Ralf Andreas Thoma (Kunst) und Monika Schneider (Museum, Geschichte). Viel Arbeit kommt auf den Verein zu: "Ein Haus auf drei Etagen ist nicht gerade ein Spaziergang", sagte die Vereinsvorsitzende. Derzeit befinde sich das Gebäude in einem "authentischen Look". "Schön, dass sich der Verein jetzt in ein neues Gewand gekleidet hat. Das Kulturhaus ist keine Idee mehr, sondern es ist Realität geworden", zeigte sich Bürgermeisterstellvertreter Christoph Buck zuversichtlich. Hervorgetan habe sich der Verein in früheren Zeiten bereits damit, im Interesse und zum Wohle der Stadt tätig zu werden, beispielsweise mit der Nessler-Ausstellung. Im Herbst plant der Verein Kulturhaus Todtnau eine Kunstausstellung mit Schwester Immolata. Die gebürtige Todtnauerin lebt und arbeitet in München, im Konvent hat sie ein Atelier. Außerdem soll es einen Vortrag mit dem Historiker Dr. Detelf Herbner aus Bonn über den Beginn der Industrialisierung geben.

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Vereinsmitglied Josef Kunz regte an, die in vielen Manuskripten vorhandenen Hörbilder des in Todtnau geborenen Schriftstellers Otto Heinrich Klingele (1917 – 1995) in einer Lesung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Extra-Dankeschön gab es für Friedrich Busse, der den Erlös von seinen Messen- und Marktbesuchen als Bürstenmacher dem Verein zur Verfügung stellt – 2009 waren dies über 4000 Euro.

Der Verein legte außerdem die Mitgliedsbeiträge fest: 20 Euro für Einzelmitglieder, 30 Euro für Ehepaare/Familien, 50 Euro für Fördermitglieder, 80 Euro für Vereine, ab 100 Euro für Sponsoren (zahlbar mindestens drei Jahre).

Wahlen: Monika Schneider (Vorsitzende), Rudolf Steiert (Vize-Vorsitzender kommissarisch für ein Jahr), Roswitha Wehrle (Schriftführerin), Ursula Drändle-Heger (Kassiererin), Rainer Zahoransky, Bernhard Burget und Friedrich Busse (Beiräte), Hans Gelpcke (Literatur), Christoph Buck (Musik und Kleinkunst), Dr. Ralf Andreas Thoma ( Kunst), Monika Schneider (Geschichte, Museum), Josef Bongarts und Josef Wissler (Kassenprüfer, bisher: Paul Kiefer und Leni Tränkle).

Informationen im Internet auf http://www.kulturhaus-todtnaude

Autor: Karin Maier