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18. März 2015

Trommeln fördert Zusammenhalt

Ein interkultureller Trommelkreis hat sich in Kirchzarten gegründet.

  1. In Kirchzarten hat sich auf Initiative von Ulrike Fahlbusch (links) ein interkultureller Trommelkreis gebildet. Foto: Hartwig Kluge

KIRCHZARTEN. Mehrfach schon berichtete die Badische Zeitung über vorbildliche Initiativen bei der Betreuung von Flüchtlingen, speziell aus Westafrika. So gibt es neben anderen Helferkreisen auch die Gruppe "Komm.Welt.Kultur. Dreisamtal", deren Anliegen es ist, für alle Flüchtlinge in Kirchzarten eine entsprechende Willkommenskultur zu fördern.

Wozu engagierte Eigeninitiative alles fähig ist, zeigt ein neues Beispiel: Ulrike Fahlbusch und ihr Mann Volker Schroth haben vor einigen Monaten einen interkulturellen Trommelkreis gegründet, in dem Flüchtlinge und Einheimische gleichermaßen willkommen sind. Das Schülerhaus Dreisamtal stellt dafür kostenfrei einen Raum zur Verfügung, wo jeden Montag von 17.30 bis 19.30 Uhr musiziert wird. Inzwischen gibt es einen "festen Kern" von Menschen, die regelmäßig kommen, aber laut Ulrike Fahlbusch bietet jeder Montag eine neue Überraschung und man weiß nie wirklich, was geschehen wird. Es ist sehr spannend und für die Teilnehmer sehr bereichernd. Vor allem, weil sich alle auf Augenhöhe begegnen und die Hautfarbe und Herkunft völlig in den Hintergrund treten.

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Um den Instrumentenfundus zu erweitern, haben die Initiatoren kürzlich in Gambia zwei Trommeln und zwei Balafone geordert, die demnächst auf dem Schiffsweg eintreffen werden. Als die BZ kürzlich bei einem Abend zugegen war, wurde sie Zeuge kultureller Vielfalt. Neben drei Frauen aus der Umgebung kamen im Laufe der Zeit ein Inder, zwei Flüchtlinge aus Sri Lanka, Gambia, Nigeria und Kamerun dazu. Jeder nahm sich aus dem Fundus eine beliebige Trommel und fiel in den vorgegebenen Rhythmus ein. Es wurde improvisiert, Soli gespielt, Instrumente wurden gewechselt, dass es eine sichtbare Freude für alle Beteiligten war. Dabei geht es nicht um einen Trommelunterricht, sondern die Musik entsteht aus dem Moment heraus. Den Teilnehmenden tut es sichtbar gut, mal alles zu vergessen und mit anderen zusammen etwas zu erleben. Das soll ja auch der Sinn des interkulturellen Miteinanders sein. Der Trommelkreis freut sich auf weitere Interessierte.

Autor: Hartwig Kluge