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31. Mai 2014

Inge Straub und ihre Sicht der Dinge

Fotoausstellung im Rathaus in Ühlingen / Künstlerin hat den Blick für das Wesentliche.

  1. Zahlreiche Besucher kamen zur Vernissage von Inge Straub ins Ühlinger Rathaus und öffneten sich dem fotografischen Blickwinkel der Künstlerin. Foto: Patrick Burger

ÜHLINGEN-BIRKENDORF. Interessierte Besucher waren zahlreich gekommen, um die Fotografien der Ühlinger Künstlerin Inge Straub zu sehen. "Drei Ühlinger Künstler in Folge sind nun ausgestellt worden", sagte Ortsvorsteher Klaus Müller. Es handelte sich um die Werke von Erich Rastätter und Christian Grüdl, die im Vorfeld besichtigt werden konnten. Zu Gast war auch Altbürgermeister Thomas Fechtig, der die Pforten des Rathauses vor gut zehn Jahren gemeinsam mit Margrit Matyscak für die Kunst geöffnet hatte. "Inzwischen ist es die 99. Vernissage", freute sich Matyscak. Sie konnte auch weitgereiste Gäste aus der Eifel und aus München begrüßen.

Die Kulturpublizistin erinnerte an die Anfänge der Fotografie vor weit mehr als 100 Jahren. "Anfangs standen nur Profis und Künstler hinter der Kamera". Im Laufe der Zeit wurde die Kamera für jedermann geschaffen. Mit guten Kameras könne man durchaus schlechte Bilder machen, mit einfachen Kameras mitunter auch gute Bilder. "Gute Fotokünstler kann man quasi an zehn Fingern abzählen", verdeutlichte sie die Schwierigkeiten, Qualität ausfindig zu machen. Eigentlich tue sie sich schwer mit bearbeiteten Bildern. "Bei Inge Straub ist es anders", sagte sie. Ihren Bildern sehe man die Bearbeitung nicht an und sie seien somit gelungen, wirkten auch nicht so künstlich. "Der Kamera verschworen, betrachte ich die Welt", wandelte sie in ihrer Laudatio ein Goethe-Zitat passend auf Straub ab. "Wenn es mir einmal nicht gut geht, dann nehme ich die Kamera, gehe nach draußen und dann geht es mir schon besser", zitierte sie die Ühlinger Künstlerin.

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Bei diesem Vorgehen sei es wichtig, die Kamera als Werkzeug so einzusetzen, dass sie sich dem, was man möchte, möglichst unterordne. Dazu gehöre einerseits das Beherrschen der Technik, andererseits gelte es, den richtigen Ausschnitt zu finden und den richtigen Standort zu wählen.

Inge Straub beherrsche ihr Werkzeug. "Ein kleiner Schritt in die andere Richtung kann das Motiv bereits grundlegend verändern". An Straubs Bild "Mein Blick in die Welt" machte sie deutlich, warum die Fotografin den Blick für das Wesentliche habe. "Inge Straub fotografiert keine Objekte, sondern die Emotion, die sie in dem Augenblick gerade gehabt hat". Der Betrachter der Bilder könne die gleiche Emotion durchleben oder eigene Empfindungen entwickeln. Margrit Matyscak lud die Besucher ein, "nicht mehr zu knipsen, sondern zu fotografieren".

Autor: Patrick Burger