Kein Inventar von der Stange

Anja Kunz

Von Anja Kunz

Fr, 13. April 2018

Vörstetten

Im Rathaus von Vörstetten ist noch bis Ende April ein Modell des geplanten neuen Seniorenzentrums zu sehen .

VÖRSTETTEN. Ein Modell des künftigen Vörstetter Seniorenzentrums ist von nun an bis Ende April im Vörstetter Rathaus zu sehen. Der Caritas-Verband Emmendingen hat das Modell bei einem Konstanzer Innenarchitekturbüro in Auftrag gegeben, um die Innenausstattung des Gebäudes veranschaulichen zu können. Inventar "von der Stange" wird es in Vörstetten nicht geben, erklärte der Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Emmendingen, Rainer Leweling.

Der Hintergrund: Der begrenzte Raum der Vörstetter Pflegeeinrichtung mache die Gestaltung schwierig, weswegen man sich professionelle Hilfe geholt habe, erklärte Leweling bei der Vorstellung des Architektur-Modells. In der "Pflege im Roteux-Quartier" wolle man mit farbig gestalteten Wänden, Tapeten und unterschiedlichen Bodenbelägen für Wohnlichkeit sorgen. Darüber hinaus solle ein Teilbereich mit Teppichboden und Mobiliar ausgestattet werden, das an das heimische Wohnzimmer erinnere und so Behaglichkeit schaffe. Mit den 10 000 Euro, die die Caritas normalerweise für das Inventar eines Pflege-Zimmers kalkuliere, komme man in diesem Fall nicht hin, sagte der Geschäftsführer. Genaue Zahlen, welche zusätzlichen Kosten durch die Beratung durch das Innenarchitekturbüro und die damit verbundenen gestalterischen Elemente entstehen, konnte Rainer Leweling noch nicht nennen.

Einzugstermin im nächsten Dezember

Zwei Wohngruppen mit jeweils 15 Menschen werden ab Ende dieses Jahres in der Vörstetter Einrichtung leben. Auch wenn der Rohbau noch nicht fertig ist, gilt als geplanter Einzugstermin der Monat Dezember. 30 Einzelzimmer stehen dann zur Verfügung. Ähnlich zwei großen Wohngemeinschaften werden die Bewohner gemeinsam mit dem Pflegepersonal kochen, essen und andere Haushaltstätigkeiten ausüben. "Dies stärkt die Eigenständigkeit der Menschen und somit das Selbstwertgefühl", sagt Uwe Zimmer, Leiter des Emmendinger Caritas-Seniorenzentrums Bürkle-Bleiche. Insgesamt hätten sich die Bedingungen in der Pflege in den vergangenen Jahren verbessert. So sei inzwischen gesetzlich geregelt, dass es ab 2019 nur noch Einzelzimmer geben dürfe. Durch das 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz II sei nun eine Pflegedienstleitung pro Einrichtung finanzierbar geworden. Zuvor musste diese Aufgabe eine Fachkraft aus dem Team zusätzlich übernehmen.

"Wir zahlen einen guten Tarif", sagte Zimmer. "Das Grundgehalt nach einer dreijährigen Ausbildung zur Altenpflegefachkraft beträgt 2800 Euro." Durch Schichtzulagen käme man schnell auf mehr als 3000 Euro. "Und letztlich ist durch die neue Gesetzeslage der Bau einer kleinen Pflegeeinrichtung wie hier in Vörstetten erst möglich geworden."

Vier Millionen Euro investiert die Caritas in die Pflegeeinrichtung im Erdgeschoss des Gebäudes an der Breisacher Straße. Hinzukommen weitere sieben Millionen für die 24 barrierefreien Eigentumswohnungen im ersten Stock. 16 Wohnungen sind bereits verkauft, acht Wohnungen in der Größe von 60 bis 100 Quadratmetern sind noch zu haben.

Das Rathaus in Vörstetten ist geöffnet von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie am Donnerstag von 15 bis 18 Uhr.