Neue Ideen, das alte Wissen zu nutzen

Lena Roser

Von Lena Roser

Di, 07. August 2018

Vörstetten

Nicole Kaiser bietet künftig regelmäßig Heilkräuter-Workshops im Vörstetter Alamannen-Museum an.

VÖRSTETTEN. Altes Heilwissen wiederentdecken – das kann man schon bald im Alamannen-Museum in Vörstetten. Im September startet eine Reihe von Heilpflanzen-Workshops, bei denen die Teilnehmer sich auf eine Zeitreise zurück ins Mittelalter begeben können.

Im Freigelände des Alamannen-Museums befindet sich der Kräutergarten "Hortulus". In ihm wachsen und gedeihen ganz unterschiedliche Pflanzen. Er ist ein Nachbau des Klostergartens des Abtes Walahfried Strabo, der im Mittelalter auf der Insel Reichenau am Bodensee gelebt hat. 24 Pflanzen wurden damals angepflanzt. All jene findet man auch im Nachbau in Vörstetten wieder.

"Wir lassen uns Jahrhunderte zurückversetzen und schauen uns an, wie dieser mittelalterliche Garten aussah", erklärt Nicole Kaiser. Sie bezeichnet sich als "Botschafterin für Wild- und Heilkräuter" und wird die Heilpflanzen-Workshops leiten, die von September an monatlich in Vörstetten stattfinden. Gemeinsam mit den Teilnehmern möchte sie – abhängig von der Jahreszeit – bestimmte Pflanzen aus dem Garten kennenlernen und weiter verarbeiten. Im Garten befinden sich die unterschiedlichsten Pflanzen. Etwa Frauenminze, Salbei, Rettich oder auch Fenchel waren früher Bestandteile des mittelalterlichen Gartens des Abtes und haben deshalb in Vörstetten ihren Platz gefunden.

Einige von ihnen werden im Kurs von Kaiser geerntet. "Gemeinsam stellen wir dann zum Beispiel Salben, Sirup oder auch Ölauszüge her", erklärt sie. Auch für die kahleren Wintermonate hat Kaiser sich ein Konzept überlegt: Mit getrockneten Pflanzen, die sie im Laufe des Sommers aus dem Garten ernten wird, soll dann beispielsweise Heiltee zubereitet oder geräuchert werden.

Bisher ist der Workshop erst einmal bis zum Ende des Jahres geplant. Ziel sei es jedoch, die Kurse ganzjährig anbieten zu können, so Kaiser. Bereits im vergangenen Jahr hat sie ein Seminar im Alamannen-Museum angeboten. Thema war die Heilwirkung des Beinwells. Der Workshop über die Pflanzen des "Hortulus" ist für sie nun ein Pilotprojekt. Denn hauptsächlich richtet die Heilpflanzen-Expertin aus Waldkirch ihren Fokus auf die heimische Flora.

Ihr Anliegen ist es dabei, den Menschen die Natur nahezubringen und zu zeigen, was direkt vor der Haustür wächst. "Jeder Wald und jede Wiese bietet so viele Heilpflanzen, dass das eigentlich völlig ausreicht. Wenn man noch einen Garten hat, umso besser. Aber das Wesentliche gibt es gratis vor der Haustür", erklärt Kaiser. Seit mehr als 20 Jahren ist sie in diesem Bereich tätig und sie ist sich sicher, dass derzeit das Interesse der Menschen an Heilpflanzen wieder wächst. Für den neuen Workshop im Alamannen-Museum gibt es ihr zufolge schon einige Anfragen.