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03. November 2011 16:28 Uhr
Weingut Leopold Schätzle hatte das beste Ergebnis
Fünf Ehrenpreise für Kaiserstuhl und Tuniberg bei Landesweinprämierung
5 Ehrenpreise und zahlreiche TOP 10-Weine: Die Winzergenossenschaften und Weingüter des Kaiserstuhls und des Tunibergs haben bei der diesjährigen Landesweinprämierung sehr gut abgeschnitten.
KAISERSTUHL/TUNIBERG. Bester Betrieb des Wettbewerbs war das Endinger Weingut Leopold Schätzle. Über Landesehrenpreise dürfen sich außerdem die Winzergenossenschaften Achkarren, Burkheim und Sasbach sowie der Winzerverein Munzingen freuen. Gestern Nachmittag wurden die Auszeichnungen in Offenburg überreicht.
"Wir freuen uns riesig, dass wir in diesem Jahr wieder dabei sind. Es ist gar nicht so einfach, einen Landesehrenpreis zu gewinnen, weil die Spitze immer sehr eng beieinanderliegt", sagt Waldemar Isele, Geschäftsführer der WG Achkarren. Um so erfolgreich zu sein, müssten alle Hand in Hand arbeiten. Angefangen beim Winzer im Weinberg bis zur Verarbeitung im Keller. Auch das glückliche Händchen von Kellermeister Christoph Rombach gehöre natürlich dazu.
Für Isele wird mit einem Landesehrenpreis die Arbeit eines ganzen Jahres gewürdigt, weil nicht nur ein besonderer Tropfen ausgezeichnet werde, sondern ein Großteil des Sortiments. Für ihre Weine hat die WG Achkarren insgesamt 36 Gold- und 5 Silbermedaillen erhalten, außerdem schaffte es die 2009er Achkarrer Schlossberg Spätburgunder Auslese trocken unter die Top 10. "Wir haben einen Querschnitt unseres Betriebes eingereicht, vom Müller-Thurgau über Weiß- und Grauburgunder bis hin zum Rotwein", fügt der Geschäftsführer hinzu. Den letzten Landesehrenpreis hat die WG Achkarren im Jahr 2006 erhalten, 2009 gab es außerdem einen Bundesehrenpreis.
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Dominik Schweizer, Kellermeister der WG Burkheim, mag es gerne prickelnd. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die Winzergenossenschaft vor allem mit ihren Schaumweinen in den vergangenen Jahren große Erfolge erzielt hat. Vor 2 Jahren gab es den Bundesehrenpreis für Sekt bei der DLG-Prämierung und nun den ersten Ehrenpreis für Sekt bei der badischen Landesweinprämierung. "Dies zeigt, dass die WG Burkheim schon eine gewisse Kompetenz für Sekt hat", sagt der erst 28 Jahre alte Schweizer, der noch immer der jüngste Genossenschaftskellermeister in Baden ist. Auch international wurden Burkheimer Sekte schon prämiert, so in Sierre in der Schweiz bei der Mondial du Pinot Noir. Dort hat der 2009er Pinot brut Sekt vom Burkheimer Schlossgarten eine Goldmedaille erhalten.
Bei der Landesweinprämierung hat Schweizer 3 Sekte angestellt, die alle mit Gold dekoriert wurden. 4 Schaumweine hat die Genossenschaft insgesamt im Angebot, 2012 soll ein Fünfter dazu kommen. Gepunktet hat Schweizer vor allem mit seinen Muskateller- und Pinot-Sekten, die auch bei den Kunden sehr gut ankommen. Deshalb erhöht die WG jedes Jahr etwas die Menge, mittlerweile sind es jährlich bereits rund 30 000 Flaschen.
Wie er die prämierten Sekte genau herstellt, will Schweizer natürlich für sich behalten. Wichtig seien jedoch eine spezielle Lese in von ihm ausgesuchten Rebstücken, reife Trauben, eine gute Säurestruktur, nicht zu viel Öchsle, nach der Gärung ein biologischer Säureabbau und eine klassische Flaschengärung von mindestens 9 Monaten auf der Hefe – so viel verrät er. Für ihre Weine hat die WG Burkheim übrigens 17 Gold- und 8 Silbermedaillen bekommen.
Beim Winzerverein Munzingen und seinem Vorsitzenden Karl-Heinrich Maier ist die Freude besonders groß, denn es ist der erste Landesehrenpreis für die Winzergenossenschaft. Der Winzerverein Munzingen liefert bekanntlich die Trauben von rund 120 Hektar Weinbergen an den Badischen Winzerkeller nach Breisach. Ausgesuchte Weine von 10 bis 12 Hektar – zwischen 70 000 und 80 000 Liter – verkauft der Winzerverein aber selbst, was im Fachjargon Teilselbstvermarktung heißt.
Bislang, so erklärt Maier, wurden dem Winzerverein Munzingen bei der Landesweinprämierung immer die gesamten 120 Hektar angerechnet. "Um die Chance auf einen Landesehrenpreis zu haben, hätten wir dann aber an die 25 Weine zum Wettbewerb schicken müssen. So viele haben wir aber gar nicht", fügt er hinzu. Nach Protesten wurde das Reglement vor 2 Jahren geändert und der Winzerverein mit rund 12 Hektar registriert. "Nun haben wir dieselben Verhältnisse wie bei einem Weingut", betont Maier, der die Chancengleichheit wieder hergestellt sieht.
Insgesamt 14 Weine hat der Winzerverein Munzingen angestellt und dafür 8 Gold- und 6 Silbermedaillen bekommen. Der Erfolg sei natürlich auch den Kellermeistern des Badischen Winzerkellers zu verdanken, mit denen der Ausbau der Weine eng abgestimmt werde. Maier hofft, dass sich der Landesehrenpreis positiv auf den Absatz auswirkt.
"Wir sind sehr zufrieden. Der erneute Landesehrenpreis ist ein Riesenerfolg, der sehr werbewirksam ist", sagt Leopold Schätzle, Seniorchef des gleichnamigen Endinger Weinguts, in dem die Produktion edler Tropfen und deren Vermarktung im Familienbetrieb immer noch Teamwork ist. Juniorchef Leopold hält die Fäden in den Reben und im Keller in der Hand, Seniorchef Leopold bringt seine Erfahrung aus vier Jahrzehnten ein und Tochter Cäcilia kümmert sich um den Verkauf. Zwischen 16 und 20 Landesehrenpreise, die genaue Zahl hat er gar nicht präsent, hat Schätzle bisher entgegennehmen dürfen. Über den jüngsten Erfolg freut er sich ganz besonders, denn es ist das zweite Mal, dass sein Betrieb bei diesem Wettbewerb mit der höchsten Punktezahl aller Teilnehmer abgeschlossen hat.
"Wir nehmen die Landesweinprämierung sehr ernst, denn sie zeigt uns, wo wir stehen", sagt Seniorchef Schätzle, räumt aber ein, dass es bei dem Wettbewerb sehr eng zugehe und auch Glück dazugehöre, um ganz vorne dabei zu sein. "Das kann man nicht jedes Jahr wiederholen." Für eine Spätburgunder-Weißherbst-Eiswein-Auslese gab’s für Schätzle jüngst die Höchstpunktzahl von 5,0. Mit Gold ausgezeichnet wurden 23 seiner Weine, drei erhielten Silber.
Nach dem großen Erfolg von 2010 hat die WG Sasbach bei der diesjährigen Landesweinprämierung erneut kräftig abgeräumt. Der WG gelang es zum fünften Mal in Folge, einen Landesehrenpreis zu erringen. Der Vater des Erfolges heißt Gerhard Staiblin (61), seit 32 Jahren Kellermeister in Sasbach. Er versteht es meisterlich, den auf Vulkanverwitterungsböden herangereiften, hochwertigen und vollreifen Spätburgundertrauben im Keller den letzten Schliff zu verleihen. Mit fünf Rotweinen des Jahrgangs 2009 unter den TOP 10 – von Kabinett bis Auslese – hat Staiblin seine Bestmarke von vier vom Vorjahr noch übertroffen.
"Das hat uns schon ein wenig überrascht. Wir freuen uns in Sasbach mit allen Winzern über dieses respektable Gesamtergebnis", formulierte Staiblin im Gespräch mit der BZ. Viele Mosaiksteinchen mussten da zusammenpassen. Bei normalem Anschnitt sorgte die konsequent vorgenommene Traubenteilung für eine Ertragsreduzierung auf eine moderate Erntemenge von rund 50 Liter pro Ar. "Wir hatten 2009 außerdem eine tolle Reifephase, die schon früh erreicht war" erinnert sich Staiblin.
Landesehrenpreise: Weingut Leopold Schätzle Endingen; Winzergenossenschaft Achkarren, Winzergenossenschaft Sasbach; Winzerverein Munzingen; Weingut Siegfried und Georg Moosmann, Waldkirch-Buchholz; Winzergenossenschaft Burkheim (Ehrenpreis für Sekt)
TOP 10 rot trocken: WG Bischoffingen: 2009er Bischoffinger Enselberg Spätburgunder Rotwein; WG Sasbach: 2009er Sasbacher Rote Halde Spätburgunder Rotwein, Kabinett und Spätlese; 2009er Rote Halde "Orchidea" Spätburgunder Rotwein, Spätlese; 2009er Rote Halde Spätburgunder Rotwein, Auslese; 2009er Rote Halde Spätburgunder Rotwein (Barrique), Spätlese; WG Achkarren: 2009er Achkarrer Schlossberg Spätburgunder Rotwein, Auslese trocken; Weingut Siegfried & Georg Moosmann, Waldkirch-Buchholz: 2009er Buchholzer Sonnhalde Spätburgunder Rotwein (Barrique), Auslese
TOP 10 weiß trocken: WG Bickensohl: 2009er Bickensohler Steinfelsen Grauer Burgunder (Barrique), Auslese
TOP 10 edelsüß: Winzergenossenschaft Jechtingen: 2009er Jechtinger Vulkanfelsen Ruländer (Barrique), Trockenbeerenauslese; Winzer vom Silberberg Bahlingen: 2010er Bahlinger Silberberg Ruländer, Eiswein, ausgebaut im Badischen Winzerkeller
Gold- und Silbermedaillen: WG Achkarren: (36 Goldmedaillen, 5 Silbermedaillen); Badischer Winzerkeller Breisach (73, 35); WG Bickensohl (17, 4); WG Bischoffingen-Endingen (39, 11); WG Bötzingen (13, 10); WG Buchholz-Sexau (7, 7); WG Burkheim (17, 8); WG Eichstetten (0, 3); Weingut Martin-Michael Erb Friesenheim (3, 1); WG Ettenheim (0, 5); WG Glottertal (11, 6); Weingut Hechinger Waldkirch-Buchholz (3, 2); Weingut Alfred Hercher, Freiburg-Waltershofen (8, 3); Kaiserstühler WG Ihringen (30, 7); WG Jechtingen (27, 6); WG Kiechlinsbergen (17, 4); Winzergenossenschaft Kippenheim (1, 3); Winzergenossenschaft Leiselheim (1, 8); Weingut Siegfried und Georg Moosmann, Waldkirch-Buchholz (20, 2); Winzergenossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim (2, 4); Winzergenossenschaft Mundingen (1, 3); Winzerverein Munzingen, Freiburg-Munzingen (8, 6); Winzergenossenschaft Oberbergen (23, 15); Kaiserstühler Winzerverein Oberrotweil (42, 4); Winzergenossenschaft Sasbach (36, 0); Weingut Leopold Schätzle, Endingen (23, 3); Winzer vom Silberberg, Bahlingen (7, 10); Weingut Jürgen Walz, Eichstetten (3, 3); Wasenweiler Winzer (11, 15); Weingut Franz Xaver, Waldkirch-Buchholz (4, 3)
Ihre Abschlussprüfung haben bestanden:
Kellermeister: David Beck (Jechtingen), Jens Kluge (Denzlingen), Patrick Kappeler (Gottenheim)
Weinküfer: Janosch Grab (Vogtsburg-Bischoffingen), Björn Jehle (Sasbach), Jonas Schüber (Sasbach),
Winzer: Tristan Krechting (Lahr), Matthias Hesse (Bahlingen), Ruben Willaredt (Herbolzheim), Marco Bader (Ihringen), Antje Buchta (Endingen), Marco Hammer (Vogtsburg-Oberbergen), Adrian Kromer (Sasbach), Christian Schätzle (Vogtsburg-Oberbergen), Simon Schüssele (Waldkirch-Buchholz), Daniel Brückner (Waldkirch), Philipp Scherer (Vogtsburg-Achkarren), Julian Huber (Malterdingen)
Autor: Gerold Zink und Siegfried Gollrad
