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26. November 2009 16:21 Uhr

"Verteidigen Sie Ihre Funklöcher!"

Vortrag über Elektrosmog

In einem gut besuchten Vortrag sprach der Freiburger Arzt Dr. Wolf Bergmann über die oft unterschätzten gesundheitlichen Gefahren von Mobilfunkstrahlen.

  1. Machen Handys krank? Viele Menschen fühlen sich beeinträchtigt durch elektromagnetische Felder. Foto: Markus Donner

VOGTSBURG-BURKHEIM. Zurück in die Steinzeit soll niemand, und Mobilfunkstrahlung macht nicht zwangsläufig krank. Doch sie wirkt sich auf die Vorgänge im menschlichen Organismus aus. Dr. Wolf Bergmann plädierte in seinem gut besuchten Vortrag in Burkheim dafür, sich im öffentlichen Bereich gegen eine übermäßige Strahlenbelastung zu wehren und in den eigenen vier Wänden so weit wie möglich auf Schnurlostechnik zu verzichten. Veranstaltet wurde der Informationsabend von der Vogtsburger Initiative gegen Elektrosmog (ISES).

"Unsere Immunabwehr ist ein wunderbares System, aber nicht endlos wunderbar", mahnte der Freiburger Arzt. Es müsse ausreichend Gelegenheit bekommen, sich von der vielfachen Belastung durch technische Strahlung zu erholen. In einem Experiment mit einem schnurlosen Telefon bewies Bergmann, dass ein Mensch die von dem Gerät ausgesendeten Impulse in sich aufnimmt und verarbeitet. Ob man davon krank wird, hänge von den individuellen Voraussetzungen ab.

Natürliche elektromagnetische Felder seien Voraussetzung und Hintergrund allen Lebens, erklärte der Mitinitiator des viel beachteten Freiburger Appells, der sich 2002 zu den Auswirkungen von Elektrosmog äußerte. Jede Zelle des Körpers fungiere als Sender und Empfänger wichtiger Informationen, auf die der Organismus mit Lichtgeschwindigkeit sinnvoll reagieren könne. Ein ungestörter Informationsfluss zwischen den Zellen mache den Menschen gesund und abwehrstark. Das Hauptproblem des Mobilfunks sei, dass dessen künstliche Frequenzen genau im Frequenzbereich der natürlichen biologischen Abläufe liegen. Damit störe der moderne Kommunikationsfunk den lebensnotwendigen Austausch der Zellen untereinander. "Er funkt uns im wahrsten Sinne des Wortes dazwischen", warnte Bergmann.

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"Die technischen Strahlen erzeugen zwangsläufig eine Resonanz in uns. Da es sich nicht um natürliche Informationen handelt, kommt es zu Fehlreaktionen im Körper. "Schon bei einem Handy-Telefonat von 90 Sekunden klumpen sich rote Blutkörperchen, die sonst einzeln im Plasma schwimmen, so zusammen, dass sich ihr Zustand erst nach 40 Minuten normalisiert. Besonders belastend sei, dass keine analogen Wellen, sondern digitalisierte gepulste Wellen ausgestrahlt werden: "Mit einem derartig gehackten Reiz tut sich unser Gehirn schwer." Entgegen anderer Aussagen werde zu diesem Thema bereits seit 8 Jahrzehnten geforscht, zunächst bei Militär und Rundfunk. Mediziner und Apotheker beobachten vielfältige Krankheitssymptome unter dem Einfluss von elektromagnetischen Feldern.

Erbschäden an Küken durch Handystrahlung wurden an der Universität Heidelberg dokumentiert, wie Bergmann beispielhaft erläuterte. Studien, die vom Gesetzgeber oder Mobilfunkbetreibern finanziert werden, forschen nach Auffassung des Freiburger Arztes dagegen oft "haarscharf an den entscheidenden Kriterien vorbei", um die fundierten Bedenken der Mobilfunkgegner zu widerlegen. Ähnlich verhalte es sich mit den bestehenden Grenzwerten. Sie seien nicht nur veraltet, sondern hätten zudem keinerlei Bezug zu den biologischen Wirkungen von Mobilfunkfrequenzen, da sie nur thermische Effekte berücksichtigten.

Es gelte, kritisch aber besonnen mit den Herausforderungen moderner Kommunikation umzugehen, fasste Bergmann zusammen. "Panik macht nämlich auch krank", gab der Referent leicht augenzwinkernd zu bedenken. Auf das eigene Immunsystem könne man sich ganz gut verlassen. Man müsse dessen Leistung nur wieder bewusster wahrnehmen und dafür Sorge tragen, dass die Belastung so gering wie möglich bleibt: "Verteidigen Sie Ihre Funklöcher!" Im privaten Bereich solle man am besten ganz auf Schnurlostechnik verzichten. "Und wenn es schon ein Telefon nach DECT-Standard sein muss, dann bitte eins, dass nur während eines Telefonats Impulse sendet, aber nicht 24 Stunden am Tag", appellierte Bergmann.

Auch eine Mikrowelle sei nicht empfehlenswert, zumal die Lebensmittel in ihr förmlich "tot geschossen" würden. Das Handy sollte während einer Autofahrt komplett ausgeschaltet sein, da es andernfalls permanent mit voller Leistungsstärke nach dem jeweiligen Sender suche.

Eine Strahlenmessung in den eigenen vier Wänden, die auch von der Vogtsburger Initiative gegen Elektrosmog angeboten wird, könne Aufschluss darüber geben, wie hoch die Belastung sei. Weitere Beratung erhält man bei Baubiologen, die gegebenenfalls hilfreiche Abschirmmaßnahmen ergreifen.

Autor: bp