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19. August 2017

Von winzig bis riesig

BZ-SERIE "TIERISCHE FERIEN" (3): Ein Baggersee ist toll zum Baden – und er ist Heimat für viele Tiere.

  1. Foto: Dorothea Nusser-Schüz

  2. Foto: dpa

  3. Foto: Patrick Pleul

  4. Foto: Holger Gröschl

Spannende Tiere gibt es nicht nur in der Ferne, sondern auch direkt bei uns vor der Haustür – zum Beispiel am und im örtlichen Baggersee.


Lieber über Wasser bleiben

Wasserläufer können, wie ihr Name schon sagt, auf dem Wasser laufen. Richtig cool, oder? Aber wie schaffen die Insekten das? Erstmal sind sie extrem leicht, und dieses geringe Gewicht verteilen sie auch noch auf sechs langen Beinen. Zusätzlich ist ihr Körper mit vielen minikleinen Härchen übersät. Diese und die Oberflächenspannung des Wassers ermöglichen es den Tieren, auf eurem Baggersee zu laufen. Ihre Nahrung besteht aus anderen Insekten. Diese spüren sie mit den Vorderbeinen auf, die mit empfindlichen Sensoren ausgestattet sind: Fällt eine Mücke verletzt aufs Wasser, spürt der Wasserläufer die Vibration an der Wasseroberfläche und kann seine Beute genau orten. Witzig: Wasserläufer sind ziemlich wasserscheu. Regnet es, suchen sie Schutz am Ufer.

Ihr Leben ist eine Reise

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Nicht erschrecken – auch wenn Aale, genauer der Europäische Aal, in unseren Seen vorkommen, werdet ihr ihnen kaum begegnen: Die Fische sind nachtaktiv und halten sich tagsüber auf dem Seegrund auf. Aale gibt es außerdem nur in Seen, in die ein Fluss fließt. Denn ursprünglich kommen alle Aale aus dem Meer. Sie schlüpfen im Atlantik vor der Küste Floridas, rund 5000 Kilometer von Europa entfernt, aus dem Ei. Von dort wandern sie, noch als kleine Larve, mit der Hilfe von Meeresströmungen an die Küsten Europas. Diese Reise dauert etwa drei Jahre. Danach schwimmen die Tiere durch Flussmündungen bis weit ins Landesinnere hinein – und gelangen so

auch in Baggerseen. Dort leben sie die meiste Zeit ihres bis zu 50 Jahre langen Lebens. Schließlich kehren sie zur Fortpflanzung und Laichablage zurück zu ihrem Schlüpfort im Atlantik und sterben. Natürlich schaffen das längst nicht alle, viele kommen unterwegs um – werden zum Beispiel von Menschen und anderen Fischen gegessen. Nicht zuletzt deshalb ist der Aal vom Aussterben bedroht.

Ein ganz schön      grosses Raubtier

Der größte Süßwasserfisch Europas ist auch in manch einem Badesee zu Hause: der Wels, auch Waller genannt. Die größten Welse können bis zu drei Meter lang und um die 150 Kilogramm schwer werden, häufiger sind allerdings kleinere Exemplare. Der Wels ist ein Raubtier, das so ziemlich alle Tiere frisst, die er finden kann. Typisch für ihn sind seine Barteln, nadelartige Fühler, von denen er rechts und links seines Mauls zwei besonders lange und an der Maulunterseite mehrere kürzere besitzt. Mit diesen kann er prima tasten und schmecken. Wie der Aal ist er vor allem nachtaktiv, also beim Baden normalerweise nicht zu sehen.

Einfach mal treiben lassen

Der Rückenschwimmer ist ein Insekt, das es sich gern direkt unter der Wasseroberfläche gemütlich macht, und zwar, ihr ahnt es schon: auf dem Rücken schwimmend. Er besitzt an der Bauchseite mehrere Luftblasen, die ihn in Rückenlage halten und unter Wasser mit Sauerstoff versorgen. Regelmäßig muss er seinen Hinterleib aus dem Wasser strecken, um die Luftblasen wieder aufzufüllen. Mit kräftigen Hinterbeinen rudert er durchs Wasser auf der Suche nach Beute, anderen Insekten, manchmal sogar Kaulquappen. Wird es ihm in seinem See langweilig, sucht er sich eine neue Bleibe. Dorthin fliegt er, das kann er nämlich auch. Und stechen – weshalb ihn manche Leute "Wasserbiene" nennen.

Autor: Sonja Zellmann