Junge Talente mit klassischer Musik

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Do, 10. März 2016

Waldkirch

Ensembles der Musikschule traten in der Kollnauer Kirche auf / Mit Stücken aus Barock, Wiener Klassik, Musical und Folklore.

WALDKIRCH. Mit einem musikalischen Feuerwerk setzte die Musikschule Waldkirch ihre Konzertreihe anlässlich ihres 275- jährigen Bestehens fort: Am Sonntag spielten in der gut besuchten Kollnauer Kirche St. Joseph Ensembles der Musikschule, das Jugendsinfonieorchester und das Kinderkammerorchester klassische Werke und begeisterten damit das Publikum.

Es gebe eigentlich nichts Passenderes als ein solches Konzert mit einem Feuerwerk zu eröffnen, sagte Musikschulleiter Stephan Goeritz und freute sich, unter den vielen Besuchern auch Ehrenbürgerin Gisela Sick begrüßen zu dürfen. Musikmachen gehöre zum Menschsein dazu. Wenn heute keine Zeit bleibe zu musizieren, dann gehe viel an Menschlichkeit verloren. Er bedauerte, dass das Jugendsinfonieorchester mangels Zeit der Orchestermitglieder nicht vollständig war.

Zum Auftakt des Konzerts spielte das Quintett "Hornissimo" aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel das majestätische Menuett und das melodische "La Rejouissance" sowie einen fröhlichen Kanon von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Werk Mozarts hatte auch das Querflötenseptett einstudiert. Es intonierte die Ouvertüre zur "Zauberflöte".

Tänzerisch, melancholisch und charaktervoll waren die Werke, die das Gitarrentrio präsentierte. Dabei begeisterten vor allem die beiden brasilianischen Weisen "Cancao" und "El Cachimbo". Kontrastierend zu diesen rassigen Werken, aber mit genauso zartem Klang kam fröhlich-geschmeidig "Eine kleine Nachtmusik" von Mozart daher, die das fünfköpfige Ensemble Fluturas spielte. Die Freude, mit der die Musikschüler musizierten, war nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Sie strahlten vor Glück über die gelungene Aufführung.

Schöne, traditionelle Melodien zum Träumen präsentierte das große Gitarrenensemble mit einer Passacaglia über ein indianisches Lied, mit Irish Air und "Vive l’amour". Anspruchsvoll und modern war die "Bacchanale" von Alan Hovhaness, die das Schlagzeugquartett aufführte. Bei "African Jungle" von Frank Neu konnte sich der Zuhörer dann lebhaft die Geräusche eines Dschungels vorstellen. Bei beiden Werken wurde von den Schlagzeugern präzise Rhythmussicherheit gefordert.

Zum Abschluss des Konzerts trat das Jugendsinfonieorchester auf, zunächst in kleiner Besetzung mit Streichern, Oboe, Flöte und Cembalo. Passend zur Jahreszeit spielte es Ausschnitte aus Antonio Vivaldis "Die vier Jahreszeiten". Der bekannte Satz "Der Frühling" wurde dabei immer wieder aufgegriffen und variiert. Es folgte der "Tanz der Hirten", "Stürmisches Sommerwetter", "Der Herbst", "Die Jagd" und "Der Regen". Die Herausforderungen dieser Musik meisterten die jungen Virtuosen bravourös. Für die Sinfonie Nr. 100 von Joseph Haydn verstärkte das Kinderkammerorchester "KAKAO" das Orchester. Die jüngste Musikerin war gerade einmal sieben Jahre alt. Souverän spielten sie mit den "großen" Jugendlichen mit. Zum Finale wurde das Jugendsinfonieorchester mit den Bläsern komplettiert. Fulminant erklang die Ouvertüre KV 384 von Mozart. Allen Musikern brandete tosender Applaus entgegen.

"Nach dem Konzert ist vor dem Konzert", sagte Goeritz abschließend, mit der Ouvertüre sei auch schon auf das nächste Konzert hingewiesen worden. Es wird am 17. März stattfinden – bei freiem Eintritt.