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14. Oktober 2009

Bitterböser Glamour im Altenpflegeheim

Gelungene Premiere von "King Kongs Töchter" mit dem Waldkircher "Theater in der Kantine"

  1. Geburtstagsfeier im Heim Foto: Nora Scholz

WALDKIRCH. Die Gratwanderung zwischen schwarzem Humor und tragischem Ernst ist bei der Premiere von Theresia Walsers "King Kongs Töchter" am Freitag gelungen. Überzeugend zeigten die Schauspieler des "Theaters in der Kantine" neben frechem Witz auch die Verzweiflung ihrer Figuren. Unübersehbar blitzt immer wieder Bitterkeit auf. Bitterkeit darüber, in einem Pflegeheim fernab der Welt zu leben, von der nur über die Kassettenstimme von Frau Tormanns Sohn etwas hereindringt. Verzweiflung darüber, einsam zu sein, alt und nur noch den Tod in Aussicht zu haben. Und der ist in diesem Heim, in dem die Pflegerinnen uneingeschränkt regieren, besonders makaber: Am Todestag großer Stars lassen die drei Frauen ihre Schützlinge sterben und präsentieren sie in den Sterbensmomenten der Vorbilder. "Der Tod ist klein genug, da kann man ruhig ein wenig übertreiben." Ein kleines bisschen Glamour in einem Berufsalltag, in dem sie zu ersticken drohen.

Und auch die Alten begehren auf gegen ihr Dasein im Wartezimmer des Todes. Plötzlich stehen sie auf und singen: "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" stimmt die liebestolle Frau Greti an und Herr John gibt Sinatras "My way" zum Besten. "Als wenn ich noch im Leben wäre", seufzt er am Ende.

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Der erste Teil der Vorstellung reizt unaufhörlich zum Lachen. Doch nach der Pause ist die Stimmung zurückhaltender, fast beschämt: So mancher Witz hinterlässt einen bitteren Geschmack. Die Akteure lassen den Zuschauer spüren: Es schwingt auch Tragik mit. Schauspielerisch gebührt der Truppe der Regisseure Stefan Wiemers und Margit Wierer allemal ein Lob: Schön, zum Beispiel, wie Herr Nübel – "großes N, kleines übel" – gespielt von Peter Müller, in jeder Situation optimistisch feststellt: "Und das ist ja auch wieder das Schöne daran!" Toll auch, wie die Pflegerin Meggie (Hanne Schweinfurth) schwankt zwischen mütterlicher Zuwendung und kühler Verachtung. Ruth Sander, seit mehr als 20 Jahren dabei, spielt Frau Albert mit ihrer dementen Abwesenheit und kindlichen Glückseligkeit einfach herrlich. Info: Weitere Aufführungen bis 14. November jeweils freitags und samstags um 20 Uhr. Vorverkauf: Buchhandlung Augustiniok.

Autor: Nora F. Scholz