"Drive to Help" bereitet vierte Afrikareise vor

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Sa, 29. Dezember 2018

Waldkirch

Im März geht’s los: Klinik in Gambia als Ziel / 40 000 Patienten pro Jahr / 7500 Kilometer / Zwölf Teilnehmer mit Sanitäterin/ Sechs Fahrzeuge zum Verkauf vor Ort.

WALDKIRCH. Während die meisten zumindest versuchen, um Weihnachten herum etwas zur Ruhe zu kommen, laufen beim Verein "Drive to help" aus Waldkirch die Vorbereitungen für die nunmehr vierte Fahrt nach Gambia auf vollen Touren.

Die Hauptorganisation hat diesmal Greta Strähle übernommen, eine 27-jährige Freiburgerin, die über ihre Kollegen beim Roten Kreuz, die vor ihr schon mit "Drive to help" in Gambia waren, in Kontakt mit dem Waldkircher Verein kam. Die Notfallsanitäterin freut sich, dass die zunächst nur über soziale Netzwerke verbreitete Nachricht, im März 2019 eine neue Tour zu starten, sofort auf große Resonanz stieß. Sechs Teams à zwei Personen sollen starten, die meisten Mitreisenden seien schon gefunden, erzählt Greta Strähle. Darunter sind zwei Kfz-Mechatroniker, mehrere Leute mit Afrikaerfahrung und auch jemand, der schon mal eine Motorradrallye auf einer ähnlichen Strecke absolviert hat. Fast alle kommen aus Baden-Württemberg. Greta Strähle selbst ist in England geboren, hat in Frankreich, Kanada und Deutschland gelebt und kann sich in mehreren Sprachen perfekt verständigen.

Alle Teilnehmer treibt eine Mischung aus Abenteuerlust und dem sozialen Zweck der Tour an. Rund 7500 Kilometer sind bis Gambia zu absolvieren, Ziel ist wie immer die dortige ASB Health Clinic, die weiterhin dringend auf Unterstützung angewiesen ist und sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Fast 40 000 Patienten werden dort inzwischen pro Jahr versorgt, der Schwerpunkt liegt vor allem auf HIV- und Malariapatienten und auf der Mütterstation. Mit umgerechnet einem Euro kann dort einem Patienten geholfen werden, berichtet Jens Starke, Kassenwart beim Verein "Drive to help", der auch selbst schon in Gambia war.

Von den "alten Hasen", also den Mitreisenden der ersten drei Fahrten, wird niemand dabei sein, aber sie helfen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen bei den intensiven Vorbereitungen und teils auch beim Finden von Sach- und Geldspenden. Sachspenden sollen diesmal hauptsächlich die sechs Fahrzeuge sein, die in Gambia zugunsten der ASB Health Clinic verkauft werden. Drei Fahrzeuge stehen schon zur Verfügung – gesucht werden noch weitere drei gebrauchte Autos, die fahrtüchtig sind und auch so geräumig, dass ein Zweierteam im Auto übernachten kann. Medizinisches Gerät und Material soll dieses Mal nur begrenzt mitgenommen werden, da es zu riesigen Zollformalitäten führt und – Geldspenden vorausgesetzt – auch an Ort und Stelle direkt beschafft werden kann. Bislang sei die Unterstützung aus der Bevölkerung immer gut gewesen, und so hoffen die Vereinsmitglieder auch diesmal auf positive Resonanz, wenn sie sich auf Geldspendensuche begeben.

Die Route führt über Marokko, Mauretanien und den Senegal nach Gambia. Unterwegs hoffen die Mitreisenden auch in Kontakt mit Land und Leuten zu kommen. Selbstverständlich habe man dabei auch die Sicherheitslage im Auge, sagt Greta Strähle, man sei da "nicht blauäugig" und werde sich auf die andere Kultur einstellen und sich entsprechend verhalten. Gestartet wird am 23. März, kurz nach der letzten Semesterprüfung eines der beteiligten Studenten. Dann wird man etwa drei Wochen unterwegs sein. Auch Ruhetage sind eingeplant, um zum Beispiel Besichtigungen zu ermöglichen. Nach Ankunft in Gambia wird sich die Gruppe noch im Krankenhaus aufhalten, dann geht’s mit dem Flugzeug zurück.

Jens Starke erwähnt, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2017 selbst die ASB Health Clinic in Gambia besuchte und sich sehr beeindruckt zeigte vom Engagement der dortigen Beschäftigten und der Spender. "Es ist ja auch viel sinnvoller, den Menschen dort zu helfen, anstatt dass sie losgehen nach Europa und völlig von ihrer Heimat entwurzelt werden", findet Jens Starke. Neben dem Einsatz für die medizinische Arbeit des Krankenhauses wurde Geld von "Drive to help" auch für den Bau eines Brunnens und einer Solaranlage eingesetzt, so dass die Klinik nahezu autark agieren kann.

Weitere Informationen zum Verein und zur Tour unter http://www.drive-to-help.de