Nachruf

Ehrenbürgerin Maria Luise Frick ist gestorben

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 29. Januar 2018 um 16:57 Uhr

Waldkirch

Kurz vor der Fasnet muss Waldkirch Abschied nehmen von seiner früheren Narrenmutter Maria Luise Frick, die auch im Gemeinderat, beim Altenwerk und in der KFD wirkte. Sie wurde 92 Jahre alt.

Maria Luise Frick, oder Liesel, wie viele sie nannten, auf die Rolle als Narrenmutter zu reduzieren, wäre viel zu kurz gegriffen. Ihr Lebensweg begann im badischen Rheinweiler, führte aber bald nach Waldkirch, wo sie aufwuchs und 1949 heiratete. Als ihr Mann starb und sie mit Sohn und Tochter allein blieb, nahm sie dankbar eine Stellung im Waldkircher Sozialamt an. Hier konnte sich ihr Gespür für die Nöte und Sorgen ihrer Mitmenschen entfalten. So ist es nicht verwunderlich, dass sie bald in zahlreichen Organisationen segensreich wirkte. Sie war Mitbegründerin des Altenwerks, das sie jahrzehntelang als Geschäftsführerin leitete. Vom ökumenischen Gedanken geprägt, erreichte Liesel Frick, dass dieses Altenwerk heute von der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinde sowie der Stadt getragen wird. Es folgten weitere Einrichtungen, unter anderem Altentreffpunkte, ein Besuchsdienst für ältere Menschen, Arbeitskreise und das "Essen auf Rädern". Als langjährige Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft leistete sie auch hier wertvolle Arbeit. Schließlich wurde Maria Luise Frick – als erstes weibliches Mitglied – in den Waldkircher Gemeinderat gewählt, dem sie von 1968 bis 1984 angehörte.

Neben ihrem sozialen Engagement gehörte zu ihren Anliegen auch der Erhalt des Brauchtums, in dem sie sich als "Narrenmutter" der Waldkircher "Krakeelia" einen Namen machte. Des weiteren gehörte Liesel Frick zu den Mitbegründern der Städtepartnerschaft zwischen Waldkirch und Sélestat und gab der Verbindung wichtige Impulse.

Als Liesel Frick im Jahr 1984 aus dem Gemeinderat ausschied, wurde sie für ihr Wirken mit der Goldenen Verdienstmedaille der Stadt Waldkirch ausgezeichnet. Das Bundesverdienstkreuz wurde ihr 1985 verliehen, womit auch ihr stetes Bemühen um Verständigung über den Rhein hinweg gewürdigt wurde. Aufgrund ihrer Verdienste in sozialer und kultureller Hinsicht wurde Liesel Frick am 12. September 1992 zur Ehrenbürgerin der Stadt Waldkirch ernannt – wiederum als erste Frau. Das kommentierte sie im Interview für das Buch "Geschichten schreiben Geschichte" so: "Ich hab’ das alles doch gern gemacht, und ich war glücklich, wenn es gut gelaufen ist, dafür will ich doch keine Ehrung. Es war mir fast ein wenig peinlich. Bis heute denk ich, ich kann doch glücklich sein, dass ich das hab’ machen können. Es war ja Lebenshilfe, die entscheidende Lebenshilfe für mich. Ich hab’ ja soviel Freude wieder zurückgekriegt." Eine Trauerfeier findet am Freitag, 2. Februar, in Waldkirch statt.