Raumfüllender Klang und kraftvoller Gesang

Hans Jürgen Kugler

Von Hans Jürgen Kugler

Mi, 24. Oktober 2012

Waldkirch

WALDKIRCHER KULTURWOCHEN: Anhaltender Applaus für das Schlusskonzert in der St.-Margarethen-Kirche.

WALDKIRCH. Zum Abschluss der Waldkircher Kulturwochen luden in einer gemeinsamen Aufführung der Kammerchor "Cantemus" Gundelfingen, der Kirchenchor "Heilig Kreuz" Münchwehr sowie das Akkordeonensemble "Collage" aus Wildtal zu einem außergewöhnlichen geistlichen Konzert.

Die Orgel in der St.-Margarethen-Kirche spielte der rumänischstämmige und in Waldkirch lebende Organist Stephan Ronkov. Letzterer eröffnete das Konzert mit dem Allegro aus der Orgelsinfonie Nr. 6 in g-Moll mit machtvoll raumfüllenden Klang und einem breit registrierten Klangfarbenspektrum. Das Akkordeonensemble entfaltete in der Fuga y Misterioso innerhalb der von Astor Piazzolla mustergültig gesetzten vierstimmigen Fuge den herb melancholischen Reiz des argentinischen Tango.

Eine harmonischere Verbindung von instrumentalen Begleitfigurationen mit vokaler Innigkeit auf der einen und kraftvoller chorischer Entfaltung auf der anderen Seite ist vielleicht keinem Komponisten so gut gelungen wie Gabriel Fauré im Cantique de Jean Racine, das vom Ensemble stimmsicher in reinem Wohlklang dargeboten wurde.

Annette Rießner aus Waldkirch präsentierte anschließend auf dem Akkordeon in erdiger Klangsprache die Pastorale von César Franck, die zu immer neuen Höhen bei einem beeindruckendem Bassfundament strebt.

Höhepunkt war aber zweifellos die Messe Solennelle op.16 von Louis Vierne. Mit einem gewaltigen Orgelintro hebt das Kyrie an, das Akkordeonensemble greift das Thema auf, worauf gleich darauf in aufsteigender Linie der Chor einsetzt. Immer kraftvoller steigert sich der Satz zu beeindruckender Klangfülle. Eine gregorianische Solostimme leitet ein triumphierendes Gloria ein, dem ein fröhlich unbeschwertes Sanctus folgt. In einem wunderbar melancholischen Ton akzentuiert das Akkordeonensemble im Benedictus die zweite Orgelstimme, die zum sphärischen Chorklang und der gespenstischen Hauptorgel kontrastreiche Akzente setzt. Ein entspanntes Agnus Dei beschließt die Messe, die in einer innig gehauchten Schlusssequenz verklingt.

Den Musikern gelang unter der gestaltungssicheren Leitung von Bernhardt Schmidt eine expressive, transparente und klanggewaltige Aufführung, die noch lange nachwirkte und anhaltenden Applaus erntete. Und der galt wohl auch den Waldkircher Kulturwochen insgesamt.