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15. September 2017

Schüler schaffen Kunstwerke

Georg-Scholz-Haus zeigt Arbeiten aus pädagogischen Workshops.

  1. Freuen sich auf die Ausstellungseröffnung: Das Workshop-Team mit Marianne Schuricht, Brüni Zinger, Helga Bauer und Stefan Bauer vor einer Fotowand mit Bildern von den Workshops von 2015 bis 2017. Vom Team fehlen Volker Lindemann und Ulrike Schräder. Foto: Fotos: Helmut Rothermel

  2. In Anlehnung an Plastiken von Petra Höcker haben Schüler aus Buchholz diese schwebenden Objekte geschaffen. Verwendet wurden Luftballons, Folie, Latex, Steine, Hanf und Tapetenkleister.

WALDKIRCH. Seit 2015 veranstaltet das Georg-Scholz-Haus-Kunstforum begleitend zu den Ausstellungen mit moderner Kunst pädagogische Schülerworkshops, an denen bereits rund 800 Kinder und Jugendliche aus Waldkirch, dem Elztal, Freiburg und Denzlingen, von Drittklässlern bis zu Abiturienten, teilgenommen haben. Jetzt werden die dabei entstandenen Arbeiten in einer Sonderausstellung gezeigt.

Im Workshop-Team engagieren sich Helga Bauer, Ulrike Schräder, Marianne Schuricht, Brüni Zinger, Stefan Bauer und Volker Lindemann. Im Durchschnitt wurden pro Kunstausstellung etwa drei Workshops angeboten, bis jetzt fanden 42 statt. Die jetzige Ausstellung zeigt Werke von Schülern aus den Workshops 2017 und auf einer Fotowand sind Eindrücke aus den Workshops ab 2015 zu sehen. Um das ambitionierte Projekt zu unterstützen und zu würdigen, wurde es vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. Dank dessen kann die erfolgreiche Arbeit nun angemessen präsentiert werden.

Das Kunstforum sei alles andere, als ein "elitärer Haufen" – ein Vorurteil, das leider immer wieder zu hören sei, betonte Helga Bauer beim Pressegespräch. Auch die Meinung, dass die Workshops ein willkommener Faulenzertag für Lehrer und Schüler seien, gehe an der Realität vorbei. Man nehme den Bildungsauftrag sehr ernst und die Schüler kämen sehr gut vorbereitet in die Galerie. Zum Auftakt der Workshops gibt es immer eine Einführung durch Volker Lindemann, in der das Georg-Scholz-Haus vorgestellt und über das Leben und Wirken des Namensgebers informiert wird. Dann kommt ein mehr "theoretischer" Teil, in welchem auf den ausstellenden Künstler und sein Werk eingegangen wird. Künstler aus der Region kommen in der Regel auch selbst zu den Workshops und können direkt befragt werden. Von dieser Möglichkeit werde meist reger Gebrach gemacht. Typische Fragen seien: Wie wird man Künstler? Was bedeutet Kunst für Ihr Leben? Was sollen die Bilder darstellen und wie wurden sie gemacht? Wie viel kostet ein Bild von dir und wurden deine Bilder schon oft ausgestellt? Anschließend geht es in kleineren Gruppen an die praktische Arbeit. Angeleitet von den Kunstpädagogen und in Anlehnung an die Techniken und Themen der jeweiligen Kunstausstellung wird nun mit den unterschiedlichsten Materialien selbst gemalt, geformt und gewerkelt. Gefragt ist aber nicht die reine Nachahmung, vielmehr sollen die Teilnehmer ihre eigene Fantasie und Kreativität entwickeln und einbringen. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Künstler selbst mitmachen und Gemeinschaftswerke von ihnen und den Schülern entstehen. Es sei immer aufs Neue faszinierend, sagt Helga Bauer, mit welchem Enthusiasmus und mit welcher Freude die vielfach erstaunlichen und qualitativ hochwertigen Werke von den Kindern und Jugendlichen geschaffen werden.

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Ende des Jahres muss das Kunstforum sein Domizil in der Merklinstraße verlassen, weil das Gebäude von der Stadt an die Sick-Stiftung verkauft wurde. Dort werden zukünftig Kooperationsveranstaltungen Schule-Wirtschaft stattfinden. Der Kunstverein hofft, bald neue Räume zu finden und auch das pädagogische Angebot weiterführen zu können.

Zur jetzigen Ausstellung gibt es eine Broschüre, in der zu Recht darauf hingewiesen wird, dass die, im übrigen rein ehrenamtlich geleistete Arbeit des Workshop-Teams weit über die reine Vermittlung moderner Kunst hinausgeht und gesellschaftlich relevante Fähigkeiten fördert. Eingeübt werde die heute dringend benötigte schöpferische und kreative, verschiedenste Aspekte erkennende Herangehensweise auch an Aufgaben aus anderen Lebens- und Arbeitsgebieten sowie ein das Selbstwertgefühl stärkendes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gefördert werde zudem die ästhetische Mündigkeit, die Fähigkeit, Angebote von Architekten, Designern und anderen mutmaßlichen Profis zur Gestaltung unserer Welt, kritisch zu hinterfragen.

Info: Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 15. September, 16 Uhr, mit einer Begrüßung durch Richard Leibinger und einer Einführung zum Thema Kunstpädagogik von Nora Jacobi sowie Saxophonmusik von Hans Zimmermann und Hip-Hop aus Kollnau. Am Mittwoch, 20. September, gibt es von 9 bis 12 Uhr drei einstündige Workshops mit Filmvorführung. Die Ausstellung läuft bis zum 24. September.

Autor: Helmut Rothermel