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11. Juni 2014

Sie reisen weit, um im Meisterkurs zu lernen

Pianisten aus aller Welt beschäftigen sich bei Peter Feuchtwanger und William Cuthbertson in Waldkirch mit dem Klavierspiel.

  1. Peter Feuchtwanger zeigt eine Art des Tastenanschlags. Foto: Karig

WALDKIRCH. Zwar sind Pfingstferien, doch in Waldkirch wird eifrig gelernt: Zum 15. Mal findet in Zusammenarbeit mit dem in Waldkirch ansässigen Pianisten William Cuthbertson ein Meisterkurs mit dem Pianisten Peter Feuchtwanger für Klavierspieler statt, von denen die meisten schon eine ansehnliche Karriere vorweisen können. Sie wollen sich in Waldkirch weiterbilden.

Zehn Pianistinnen und Pianisten verschiedenen Alters nehmen in diesem Jahr teil. Sie haben Klavierliteratur vorbereitet, die sie dem Lehrer und den Teilnehmern vorspielen. Peter Feuchtwanger kommentiert, verbessert, optimiert das Spiel mit Anregungen. Ob es um den Fingerwechsel im Oktavspiel geht, um die Ruhe in der Körperhaltung oder um einen ganz speziellen Fingersatz: Pianist und Lehrer Feuchtwanger propagiert einen Stil des Klavierspiels, mit dem er seit vielen Jahren unzählige Pianisten inspiriert und weitergebracht hat.

Im Saal der Musikschule hört man konzentriert einander zu, Peter Feuchtwanger lässt sich auf jeden Vortrag intensiv ein und kommentiert, was nach seinem Verständnis zu verbessern ist. Für die Interpretation einer Bach-Solosonate für Violine, von Bach selbst für das Klavier transkribiert, gibt Feuchtwanger die Anregung, die Spielerin möge sich den Bogenstrich des Geigenspielers vorstellen. "Wir können viel lernen von den Streichern was Intonation, Agogik (Kunst der Veränderung des Tempos im Rahmen eines musikalischen Vortrags) angeht."

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Feuchtwangers Technik, seine Art der Interpretationen und seine Befassung mit Klavierliteratur ist nicht unumstritten. Seine Schüler, einige kommen zum wiederholten Mal zu dem in Waldkirch stattfindenden Meisterkurs, andere reisen für den Unterricht bei ihm aus aller Welt nach London, halten seine Technik des Klavierspiels für optimal und ziehen sie vielen anderen vor. Feuchtwangers Vorliebe für weniger bekannte und selten gespielte Klavierliteratur prägt den Meisterkurs ebenso wie sein Erfahrungsschatz und seine schier unendlich vielen Geschichten rund um das Klavier, das Konzertieren und Pianisten. So wie er autodidaktisch zum Virtuosen wurde, vermittelt er heute seine von ihm entwickelte und favorisierte Methode.

Info: Auch in diesem Jahr gibt es in zwei Konzerten Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen von den Ergebnissen des Kurses: Heute, Mittwoch, 19.30 Uhr, gibt die Japanerin Kaoru Maruyama ein Solokonzert und am Freitag, 13. Juni, ist 19.30 Uhr das Abschlusskonzert der Meisterklasse, jeweils im Elztalmuseum.

Autor: kar