Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. August 2016 19:18 Uhr

Bürgerinitiative "Essbare Stadt"

Warum in Waldkirch jetzt Sojabohnen wachsen

Mitten in Waldkirch wachsen Sojabohnen. Das Versuchsbeet der Bürgerinitiative "Essbare Stadt" ist Teil des Großexperiments der Uni Hohenheim und eines Tofuherstellers.

  1. Das Versuchsbeet der Bürgerinitiative „Essbaren Stadt“ in der Merklinstraße in Waldkirch. Foto: Edwin Dreher

  2. Soja-Bohnen kurz vor der Reife. Foto: Edwin Dreher

Die Bürgerinitiative "Essbare Stadt" arbeitet seit einiger Zeit in Waldkirch nach dem Grundsatz des "urban gardening" (gärtnerische Nutzung städtischer Flächen). Die Beete an der Elz sind in der Zwischenzeit Treffpunkt für Menschen geworden, die gerne gemeinsam gärtnern und auch experimentieren. Dabei hat sich ein guter Austausch mit der Bevölkerung entwickelt.

Bio-Soja, mitten aus Waldkirch

Auch Familien, die vor Krieg und Terror nach Waldkirch geflohen sind, finden sich dort ein. So wird beim Gärtnern Integration lebendig. Insgesamt sehen die Aktiven in ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Gedanken von "Citta slow".

Jetzt beteiligt sich die Bürgerinitiative mit einem Versuchsbeet an einem bundesweiten Experiment zum Anbau von Bio-Soja. Die Sojabohne (Soja) stammt ursprünglich aus Südostasien und gehört heute weltweit zu den wichtigsten Ölpflanzen. Gleichzeitig hat sie einen hohen Anteil an Eiweißen.

Diese Eigenschaften machen die Pflanze zu einer wichtigen Grundlage für die menschliche Ernährung und für Futtermittel. Bisher kann Soja nur in den wärmsten Gegenden unseres Landes angepflanzt werden. Angesichts der Bedeutung von Soja macht es Sinn, dessen Anbau auszuweiten.

Werbung


Ziele sollten dabei eine nachhaltige Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß, kurze Transportwege, Unterstützung der heimischen Landwirtschaft sowie eine nachvollziehbare und gesicherte Herkunft sein.

Wo wächst Soja besonders gut?

Die Universität Hohenheim erforscht vor diesem Hintergrund seit längerer Zeit Methoden für den Anbau von Bio-Soja in Deutschland. Zusammen mit einem Hersteller von Bio-Tofu haben die Forscher jetzt ein groß angelegtes Experiment gestartet: Auf möglichst vielen Flächen sollen verschiedene Sojakreuzungen angebaut werden, um herauszufinden, unter welchen Standortbedingungen die Pflanzen gut gedeihen. Bundesweit beteiligen sich über 2400 Gärten an diesem Experiment. Auch in Waldkirch wachsen jetzt Sojapflanzen.

Die "Essbare Stadt" hat zusammen mit dem Wohnprojekt "Arche", Haus Elztal in der Merklinstraße, ein Beet angelegt. Dort wurden nach Vorgaben der Forscher einzelne Reihen mit unterschiedlichem Saatgut bestückt. Die Pflanzen werden gepflegt und dabei das Wachstum dokumentiert. Vielleicht kann dieses kleine Beet dazu beitragen, in einer wichtigen Frage der Ernährung und der heimischen Landwirtschaft Fortschritte zu erzielen.
Info

Weitere Informationen über das Experiment mit Soja sind im Internet zu finden unter http://www.1000gaerten.de und http://www.essbare-stadt-waldkirch.de

Autor: bz