Das perfekte Klima

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Sa, 02. Mai 2015

Wehr

BZ-SERIE (5) Fritz Lehmann öffnet am Sonntag seinen Iris-Garten in Brennet für Besucher.

WEHR. Narzissen und Forsythien blühen schon, die Bäume schlagen aus – höchste Zeit also, im Garten tätig zu werden. Die Badische Zeitung wird das Gartenjahr mit einer Serie begleiten. In loser Folge geben Gartenbaumeister und Freizeitgärtner, Pflanzenkundler und Kräuterköche vom Hochrhein Tipps und Anregungen. Heute zeigt Fritz Lehmann seinen Iris-Garten.

Der heimliche Star unter den mehr als 750 verschiedenen Iris-Sorten in Brennet ist eine rote Tulpe. "Die war zuerst da", sagt Lehmann und deutet auf die Blume, deren roter Blütenkelch schon weit offen steht. Als Lehmann die Idee kam, einen Iris-Garten auf seinem Grundstückszipfel hinter dem Bahnhof Brennet anzulegen, hat er auf die Tulpe einen dekorativen Steinhaufengeschichtet. Die fand ihren Weg aber dennoch, und bereichert mit ihrer kräftigen Farbe den Garten.

Neues Projekt ist ein Nass-Beet

Der das eigentlich gar nicht nötig hätte. Denn es blüht und grünt überall. Gelbe, weiße und violette Iris recken ihre Blüten gen Himmel, aber auch viele Farbschattierungen dazwischen. "Iris bedeutet übersetzt Regenbogen", sagt der Kenner. Die Wüstenpflanze hat es ihm angetan, seit er vor etlichen Jahren auf einem Flohmarkt bei Mulhouse über Sämlinge gestolpert ist. In Brennet findet sie ideale Bedingungen vor. "Das Klima ist mediterran, und durch die Abwechslung von sehr sonnigen und schattigen Stellen, gedeiht hier vieles", erklärt er. Und blüht. Lehmann hat seinen Garten so bestückt, das eigentlich das ganze Jahr über etwas in Blüte steht. Allein die verschiedenen Iris-Arten haben Blühzeiten von April bis in den Juni hinein. Zwar gilt die Leidenschaft des 57-Jährigen nach wie vor der Iris, auf seinem großen Grundstück versucht der Hobby-Gärtner sich aber auch an anderen Pflanzenarten und vor allen Dingen Gartenformen.

So ist hinter seinem Haus ein kleiner Kalk-Steingarten entstanden. Auch dort hat er Iris gepflanzt. "Die gedeihen fast überall." Daneben wachsen zwischen den leuchtend weißen Steinen japanische Dachwurz. Der Iris gefalle dieser Untergrund sehr, da die Pflanze viel Kalk brauche, erklärt Lehmann.

Eines seiner neuesten Projekte ist ein Nass-Beet. Dort hat er zum Beispiel Gras-Lilien gepflanzt. "Ich experimentiere da noch ein bisschen", sagt Lehmann, der von Beruf Ausbilder im EDV-Bereich ist. Diese Art findet sich etwa in den Sumpfgebieten von Alabama. Apropos USA: Lehmann versucht amerikanischen Züchtern eine Tauschbörse für Iris aufzubauen, was sich aber wegen der strengen Einfuhrbestimmungen der Vereinigten Staaten als schwierig erweist.

Um an neue Pflanzen zu kommen, muss Lehmann aber gar nicht so in die Ferne schweifen. Mittlerweile ist er als Experte und Sammler weithin bekannt, so dass er hin und wieder vor seiner Haustüre Pakete findet. Darin sind dann sehr oft Iris-Sämlinge und Zettel dieser Art: "Zwei Iris-Sorten, mit freundlichen Grüßen."

Offene Gartentür: Den Iris-Garten hinter dem Bahnhof Brennet können Besucher am Sonntag, 3. Mai, und Sonntag, 17. Mai anschauen. Infos zu der Aktion gibt es unter http://www.gartentag.info