Bands besonders zugkräftig

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Von hf

Di, 08. Mai 2018

Weil am Rhein

Mittelalterfestival lockt Tausende in Dreiländergarten / Brandflecken einzige Beanstandung.

WEIL AM RHEIN (hf). "Auf den Dreiländergarten freuen sich alle Akteure immer ganz besonders", sagt Wolfgang Fuck, Sprecher des Mittelalterfestivals, das vergangenes Wochenende wieder in der Stadt Station machte. Die Resonanz, so Fuck, sei bei idealem Wetter einfach überwältigend gewesen.

Eine Besucherzahl geben die Veranstalter bewusst nicht bekannt, es seien aber "Tausende" gekommen. Die Zahl sei auch schwer zu schätzen, erläutert Fuck, denn am Sonntag, dem Familientag, dürfen sich junge Besucher unter 16 Jahren sowie die Großelterngeneration ab 66 Jahren kostenlos auf dem Areal tummeln, das dem von Jahr zu Jahr größer werdenden Tross von mittlerweile 2500 Mitwirkenden ideale Rahmenbedingungen bietet.

Dennoch war der vom Eintritt her teurere Samstag besucherstärker. Hier habe sich das Musikprogramm als besonders zugkräftig erwiesen, resümiert Fuck. Denn mit "Saltatio Mortis" und "Versengold" traten gleich beide Spitzenbands der deutschen Mittelalterrockszene auf. Und beide brachten sehr viele Fans, auch aus Frankreich, mit. Viele Mittelalterfans kamen auch aus dem Bodenseeraum nach Weil, nachdem das dortige Festival auf dem Hohentwiel aufgegeben werden musste.

Sehr gut kamen auch die Feuershows zu vorgerückter Stunde beim Weiler Publikum an, so dass am Samstag bis zum Festivalende gegen Mitternacht reger Betrieb herrschte. "Zufrieden sind auch wieder unsere Händler", so der Sprecher. Denn das Weiler Publikum gelte als kauffreudig. Kein Wunder, dass diesmal der Tross der Marketender mit 120 Anbietern ungewohnt groß war. Sie verkauften vom kleinen Souvenir bis zur kompletten Ritterrüstung alles, was der Mittelalterfan benötigt, bei dem auch die Reiterspiele und die Gaukler gut ankamen.

Das Festival in Weil zeigte auch: Inmitten des klassischen Mittelaltervolkes entwickelt sich eine immer größer werdende Piratenszene. "Es ist eben auch ein Phantasie Spectaculum", begrüßt Fuck diesen Trend. Das Spektakel hinterließ das Gelände, wie Remo Schamberger von der LGS-Gesellschaft gestern Nachmittag nach der Abnahme betätigte, in aufgeräumtem Zustand. An den Feuerstellen entstanden jedoch einige Brandflecken. Diese bleiben jedoch unbearbeitet bis zum zweiten Gastspiel des Trosses, der am 30. Juni und 1. Juli zurückkehrt. Danach wird auf Kosten der Veranstalter neuer Rasen verlegt. Besondere Vorkommnisse – bis auf ein umgefahrenes Schild und eine beschädigte Bank, die ersetzt werden – habe es keine gegeben.