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21. Dezember 2015

Das Recht auf Respekt und auf Entfaltung

Klasse 5b der Realschule führte Theaterstück zum Thema Kinderrechte auf / So gut wie keine Resonanz auf Initiative der Stadt.

  1. Mit einfachen Szenen aus dem Alltag stellte die Klasse 5d der Weiler Realschule dar, welche Rechte Kinder haben. Foto: Regine Ounas-Kräusel

WEIL AM RHEIN (ouk). Kinder haben Rechte – in der Kinderrechtskonvention der UNO sind diese festgehalten. Was das im Alltag bedeutet, hat die Klasse 5d der Realschule Dreiländereck in einem Theaterstück vor OB Wolfgang Dietz, vor der Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt Michaela Rimkus und vor Mitschülern dargestellt. Die Aufführung kam auf Anregung der Stadtverwaltung zustande. Als "Kinderfreundliche Kommune" will die Stadt die Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte informieren. Daher schrieb OB Dietz alle Weiler Schulen an und lud sie ein, am Tag der Kinderrechte, der eigentlich schon am 20. November ist, eine Aktion zum Thema durchzuführen.

Als einzige Klasse meldete sich die 5d der Realschule. In bunt gemalten Buchstaben hatten die Mädchen und Jungen das Wort "Kinderrechte" an die Wand eines Schulsaals geheftet. Mit knappen Dialogen und sparsamen Kulissen stellten sie anschaulich dar, was Kinderrechte im Alltag bedeuten. In einer Szene liest die Mutter im Tagebuch der Tochter. Die Tochter protestiert und fordert ihr Recht auf Privatsphäre ein. In einer anderen Szene wollen zwei Kinder Ball spielen, aber durch die Straße rast ein Junge mit einem Auto aus Pappe, der Nachbar scheucht sie von seinem Rasen weg und der Spielplatz ist geschlossen. Erst als die Kinder ihr Recht auf Spiel und Freizeit einfordern, fährt das Auto langsam, der Spielplatz wird geöffnet.

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Schnell wird klar – Kinder haben das Recht, dass Erwachsene sie respektvoll behandeln und dass sie sich entfalten können. Kinder haben aber auch ein Recht auf Schutz vor Krieg und Gewalt. In der letzten Szene des Stücks verstecken sich zwei Jungen unter einer Wolldecke vor einem Papp-Panzer. Ein anderer Junge steckt eine Blume in die Panzerkanone und ruft den Beiden zu: "Kommt, wir fliehen in ein friedliches Land!" Dilay Görgü trug außerdem zwei schöne, selbst geschriebene Gedichte über den Frieden vor und darüber, wie befreiend es ist, wenn man auch Unglück und Schmerz offen ausdrücken darf.

Acht Wochen lang beschäftigten sich die Fünftklässler mit Deutschlehrerin Katharina Kleiser und Klassenlehrerin Ines Unterer mit dem Thema "Kinderrechte". Sie liehen sich bei Michaela Rimkus den Kinderrechte-Koffer aus und informierten sich. Die Lehrerinnen gaben Stichworte für das Theaterstück, aber die Kinder arbeiteten auch viele eigene Erfahrungen in die Szenen ein. Ganz wunderbar hätten sie das Thema dargestellt, lobte OB Wolfgang Dietz die Fünftklässler der Realschule und schenkte ihnen Gutscheine für einen Besuch im Basler Zolli.

Im Rahmen des Projekts "Kinderfreundliche Kommune" hat die Verwaltung Kinder und Jugendliche unter anderem mit Streifzügen durch die Stadt eingeladen, ihre Umgebung mitzugestalten. Dabei haben sich die Kinder und Jugendlichen Plätze im Freien gewünscht, an denen sie sich treffen können. Sie hatten sich zwar nicht über geschlossene Spielplätze beklagt – wie im Theaterstück. Aber sie wünschten sich, dass manche Schulhöfe, die derzeit nach Schulschluss wegen Vandalismus geschlossen werden, wieder geöffnet werden.

Autor: ouk