33 Jahre alt

Die Schrätteli sind eine Weiler Fasnachts-Clique für die Familie

Norbert Sedlak

Von Norbert Sedlak

Fr, 16. Februar 2018 um 11:05 Uhr

Weil am Rhein

Die "Wiler Schrätteli" sind mit 29 aktiven Hästrägern sowie mit etwa zwei Handvoll "Narresome" eine der größeren Weiler Cliquen und bereichern seit 33 Jahren die IG Straßenfasnacht.

Die Damen sind dabei in der Überzahl.

Karin und Hansjörg Hurst waren die treibenden Kräfte bei der Gründung der Schrätteli. Für sie war es als Ehepaar klar, dass sie miteinander Fasnacht feiern wollen und suchten eine richtige Familien-Clique, diese waren in Weil damals aber dünn gesät.

Mit neun Gleichgesinnten riefen sie deshalb am 23. März 1985 die Schrätteli ins Leben. Von Anfang an waren Frauen und Kinder ein fester Bestandteil des Cliquenlebens, und mit viel Übung brachten sie es zu einer der wohl kinderreichsten Cliquen in Weil am Rhein, erzählt Hansjörg Hurst, der rund zehn Jahre lang die neue Gruppe anführte. Bei der Namensgebung wollten sie auf jeden Fall heimatverbunden sein und entschieden sich nach vielen Vorschlägen fürs Schrätteli, die weibliche Form des Waldschrats.

Aber, was ist denn ein Schrätteli genau? Der Schrat oder das Schrätteli ist landläufig ein Geistwesen, das im Walde haust und den Albdruck verursacht. Das Wiler Schrätteli ist also eine Alptraumfigur, die sich verwandeln und hexen kann. Es kann sowohl in weiblicher, als auch in männlicher Gestalt erscheinen und treibt schelmische, aber auch bösartige Spiele. Das Schrätteli kommt nachts durch Schlüssellöcher und Ritzen, springt dem Schlafenden auf die Brust und verursacht dadurch arges Drücken, den so genannten Schrättelidruck, was auf hochdeutsch Albtraum bedeutet. Absoluten Schutz vor dem Schrätteli gibt es dem Volksmund zufolge nur, indem man zum Schlafen auf die rechte Seite legt.

Die Figur des Wiler Schrätteli ist schwarzgrau wie die Nacht, sowohl die Jacke wie auch die Hose, die passende Holzmaske zeigt dämonische Gesichtszüge. Auch die Socken und Handschuhe spiegeln die typischen Wiler Schrätteli-Farben wieder, dazu tragen sie entsprechende Strohschuhe. In der Hand halten sie einen Fuchsschwanz, der als Narrensymbol zur Belustigung dient, erzählt Robin Adam, der 2015 die Leitung der Clique übernahm.

Die Fasnachtsclique habe ein sehr aktives Vereinsleben, so Frank Schaller, stellvertretender Vorsitzender: Das neue Jahr werde mit Sekt und einem zünftigen Essen begrüßt. Die Teilnahme an den Umzügen sei nicht regional begrenzt, auch Freiburg und die Ortenau gehören zu ihren beliebten närrischen Zielen. Die weiteste Reise führte sie nach Stuttgart. Am Guggemonsterkonzert und am Buurefasnachtsumzug ist die Clique mit einem Stand vertreten.

Außerhalb der Fasnacht trifft man sich zur 1. Mai Wanderung, zu Sitzungen oder zu diversen Festen wie dem Sauserbummel. Die Herren absolvieren wie auch die Mädels separate Beizenbummel.

Ihr 33-jähriges Jubiläum feiert die Clique nur in internem Rahmen. Derzeit ist die Clique noch auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten für ungezwungene Treffen sowie nach einem Domizil für ihre Fasnachtsutensilien.