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13. April 2010
Lächeln statt Hecheln – sagt der Profi
Herbert Steffny machte Joschka Fischer fit für den New York-Marathon und gab nun Hobbyläufern aus der Regio wertvolle Tipps.
WEIL AM RHEIN. Laufend Tipps vom Profi aus erster Hand erhalten – mit dieser Erwartung waren mehr als 50 Laufbegeisterte am Freitag zum Training mit Herbert Steffny in den Dreiländergarten gekommen. Dem einstündigen Training schloss sich ein abendfüllender Vortrag zur richtigen Halbmarathonvorbereitung an.
Da steht er also, der Mann, der es fertig brachte den moppeligen Außenminister auf Trab zu bringen. Joschka Fischer rannte 1999 den New York Marathon sogar unter vier Stunden. Herbert Steffny ist drahtig und durchtrainiert, seine Figur lässt manch 30-jährigen vor Neid erblassen. Kaugummi kauend, ein verschmitztes Lachen im Gesicht. Steffny ist ein Kumpeltyp, einer mit dem man gleich per Du ist. Dass er 57 Jahre auf dem Buckel hat sieht man dem Lockenkopf nicht an. Und er scheint noch immer genauso gut in Form zu sein wie zu seinen besten Zeiten. Der in Freiburg wohnende Diplom-Biologe hat in seiner langen Profikarriere etliche Titel gewonnen – 16-facher Deutscher Meister, Bronze im Marathon bei den Europameisterschaften. Seit Jahren ist er als Laufcoach gefragt, hält Vorträge, Laufseminare und schreibt Bücher zum Thema Laufen.Werbung
Wenn einer also Bescheid weiß über’s Laufen, dann der Steffny. Deshalb sind sie hier, Hobbyläufer und Läuferinnen, altersmäßig ab 40 aufwärts, die ganz Jungen fehlen. Erika Marquardt aus Weil ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Halbmarathon gelaufen. Nach 2:19 Stunden kam sie ins Ziel. Jetzt erhofft sie sich Tipps, um ihre Zeit zu verbessern. Ihr Traumziel ist 2 Stunden. Respekt, denn Frau Marquardt ist immerhin schon 72 Jahre alt.
Gisela Metzger aus Efringen-Kirchen will sich einfach "überraschen lassen." Die 52-Jährige ist mit ihren Freundinnen gekommen. Das Damentrio geht zusammen Nordic-Walken. "Heute versuchen wir es mal ohne Stöcke", lachen sie.
Thomas Schwarze bezeichnet sich als "Alleinläufer". Heute will der 48-Jährige Leiter Umweltbildung im Truz das Laufen in der Gruppe versuchen. Auch er erhofft sich Tipps vom Profi um seine Kilometerleistung zu verbessern.
"Meistens wird viel zu schnell durch die Gegend gebolzt", sagt Steffny. "Wir wollen schön locker laufen. In drei Gruppen starten die Läufer vom Hadid-Bau auf die zwei Kilometer-Runde um den Dreiländergarten. Steffny beginnt mit den Schnellen – "die bremse ich erstmals aus" und will sich dann in die anderen Gruppen zurückfallen lassen. "Wenn ihr euch noch gut unterhalten könnt, habt ihr das richtige Tempo" – gemäß dem Motto "Lächeln statt Hecheln."
Nach nur wenigen Minuten trennt sich die Spreu vom Weizen, Spitzenläufer vom Hobby-Jogger. Das Feld ist weit auseinander gezogen. Die letzten Läufer bekommen Steffny in seinem feuerroten Laufshirt nur noch als kleinen roten Punkt am Horizont zu Gesicht. Alleine Laufen musste indes niemand: Es finden sich immer wieder Gruppen oder Zweier-Paare auf dem Rundkurs zusammen, bis die Läufer zum "Cool-Down", dem Dehnungsworkshop am Hadid Bau eintreffen. Eine halbe Stunde lang zeigt Herbert Steffny wichtige Dehnungsübungen – und was dabei alles falsch gemacht werden kann.
Rund eine Stunde nach dem Lauftraining schloss sich der Vortrag zur richtigen Marathonvorbereitung an. Steffny erwies sich als exzellenter Vortragsredner, der mit viel Erfahrung und Witz referierte und dessen Tipps für Marathon-Veteranen und Laufanfänger gleichermaßen wertvoll waren.
Autor: Birgit-Cathrin Duval
