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18. September 2017

Ort der Bildung für viele

Haus der Volksbildung hat vor 50 Jahren der Erwachsenenbildung eine Heimstatt gegeben.

  1. Abstrakt und fotorealistisch zugleich: das Wandgemälde auf der Fassade des Hauses der Volksbildung Foto: Herbert Frey

  2. Angelika Valley, VHS-Leiter Tom Leischner, Kulturamtsleiter Tonio Paßlick, Elise Kaltwasser und Helmut Schamberger freuen sich zusammen mit OB Dietz (von links) über das Jubiläum des Hauses der Volksbildung. Foto: SAUER

WEIL AM RHEIN. Dass Oberbürgermeister Wolfgang Dietz persönlich involviert war, war deutlich zu spüren, als er am Freitagabend seine Rede zum Jubiläumsakt im Haus der Volksbildung mit den Worten "Der Erwachsenenbildung eine Heimstatt geben" begann. War es doch sein Vater Edgar Dietz, der im Jahre 1951 die Gründung des Volksbildungswerkes initiierte, das der gebeutelten Bevölkerung Bildungsangebote zur Verfügung stellte. Und noch heute, 50 Jahre später, erfüllt das Gebäude eine wichtige Bildungsaufgabe.

Der ständig wachsende Bedarf an Sprach- und Literaturkursen stellte das Volksbildungswerk damals vor räumliche Herausforderungen, die dann schließlich im Jahr 1966 im Gemeinderat zum Beschluss führten, das Haus der Volksbildung zu bauen. Nach einer Rekordbauzeit von nur etwa 18 Monaten – der bürokratische Aufwand war damals vergleichsweise gering – wurde am 21. September 1967 das Haus der Volksbildung mit einem Festakt durch den damaligen Bürgermeister Otto Boll eingeweiht.

Das Angebot bestand aus Sprachkursen in Englisch, Französisch und gar Russisch. Außerdem gab es literarische und philosophische Themen. Aber auch praktische Angebote wie Kochkurse oder Kosmetik und Körperpflege waren gefragt. Besonderen Anklang fanden damals die regelmäßig mittwochs stattfindenden Lichtbildvorträge, heute fast ein Anachronismus. Dietz erläuterte denn auch für die jüngeren Zuhörer dieses Angebot als "eine ältere, prädigitale Technologie, bei der Menschen ihre Worte mit unbewegten Bildern, sogenannten Diapositiven untermalen". Gerade diese Lichtbildvorträge waren sehr gefragt, lieferten sie doch Informationen und Bildmaterial aus aller Welt. Bis zum Jahr 1982 waren Edgar und seine Frau Erna Dietz ehrenamtlich engagiert. Erna Dietz hatte das Sekretariat und die Geschäfte ehrenamtlich geführt, sobald die Kinder "aus dem gröbsten hinaus" waren.

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Das Haus der Volksbildung, seit fünfzig Jahren Nukleus und Heimstatt der Erwachsenenbildung, sei damit das erste Gebäude in Südbaden gewesen, das im Vorrang den Zwecken der Erwachsenenbildung gewidmet war, betonte der OB. Die Stadt und ihre Bürger konnten und können darauf stolz sein, meinte er.

Zwei wesentliche Veränderungen des Hauses der Volksbildung, nannte Dietz zum Schluss. Zum einen zog im Jahre 1994 die aus den Nähten platzende Stadtbücherei aus und erhielt neue Räumlichkeiten in der alten katholischen Kirche. Darüber hinaus wurden im Jahre 2009 im Rahmen eines Konjunkturprogramms der Bundesregierung die Fassade und die Fensterfront neu gestaltet sowie das Innere, insbesondere die Sanitärräume, renoviert. Nun im Jubiläumsjahr gab’s eine neue Bestuhlung.

Kulturamtsleiter Tonio Paßlick untermalte im Anschluss die Entwicklung des Hauses der Volksbildung mit einigen Bildern. Die Bauphase war zu sehen, in diesem Zusammenhang auch einige sehr interessante Automodelle aus der Zeit. Es gab aber auch Fotos der von Patrick Lützelschwab neu gestalteten Fassade sowie der Riedlin-Wand, einer durch den Kanderner Künstler Richard Bampi bereits im Jahre 1962 geschaffenen Keramikwand, die nach einigen Irrwegen – zuletzt befand sie sich im Zollgebäude in Friedlingen – schließlich im Haus der Volksbildung einen angemessenen Platz fand.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch Beiträge von Bond’s Big Band, einer jungen Gruppe von (Jazz-)Musikern, die aus der hiesigen Musikschule hervorgegangen sind. Nicht nur die schwungvollen Rhythmen begeisterten, sondern auch die Virtuosität der jungen Musiker. Das begeisterte Publikum provozierte dann auch prompt eine Zugabe.

Ort der Bildung

Das Haus der Volksbildung (HdV) ist seit 50 Jahren ein Ort der Bildung – auch für andere Institutionen:

» die städtische Bücherei, bevor sie in die ehemaligen Kirche St. Peter und Paul wechselte,
die Abendrealschule
» das Berufskolleg
das Abend-Gymnasium
» das Kant-Gymnasium, das den Saal als Aula und für lange Zeit auch die Klassenzimmer des Untergeschosses nutzte
die Städtische Musikschule, die dort bis heute Wettbewerbe und Konzerte veranstaltet
» Theatergruppen, die die Bühne für Theateraufführungen nutzen
die Orchestergesellschaft, die dort schon Konzerte gab  

Autor: bz

Autor: Barbara Sauer