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28. Mai 2010 21:46 Uhr

Internet und Kommunen

Stadt im Clinch mit Facebook

Das Internet-Netzwerk Facebook ist ins Gerede gekommen, weil die Daten von privaten Nutzern nicht ausreichend geschützt sind. Doch auch Städte wie Weil am Rhein müssen auf der Hut sein, damit ihre Interessen im Internet nicht verletzt werden.

WEIL AM RHEIN. Bei Facebook können Nutzerkonten nicht nur auf Personen, sondern auch auf andere Namen, so etwa den von Institutionen oder Städten angelegt werden. Ob das entsprechende Konto aber auch wirklich die vermeintliche Stadt repräsentiert, ist gar nicht so leicht auszumachen. Das Stadtwappen auf der Facebook-Seite von "Weil am Rhein" vermittelt dem Betrachter indes den Eindruck, mit einem autorisierten Auftritt in Kontakt zu sein.

Facebook? Stadt weiß von nichts

Doch weit gefehlt: Nadine Ebinger, bei der Stadt für die Internetaktivitäten zuständig, weiß von einem Facebook-Konto der Stadt nichts. Und dass dort das Stadtwappen genutzt wird, ist für sie Anlass genug, tätig zu werden und bei Facebook eine Änderung einzufordern.

Wikipedia muss regelmäßig geprüft werden

Sich im Internet Gehör zu verschaffen und mit Forderungen durchzusetzen, ist indes gar nicht so einfach, wie Ebinger bereits aus anderen Anlässen weiß. Um am Wikipedia-Artikel über "Weil am Rhein" verschiedene Änderungen vorzunehmen, musste sie sich zunächst als Autor anmelden. Die Korrekturen waren dann schnell gemacht, weitaus lästiger für Ebinger ist jedoch, dass sie den Artikel nun regelmäßig überwachen muss, weil andere Autoren jederzeit wieder Änderungen vornehmen können.

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Dennoch geht’s aber nicht immer so einfach. Bei Google hat Ebinger ebenfalls einen Fehler entdeckt. Gibt man als Suchwort "Rathaus Weil am Rhein" ein, wird als erste Fundstelle eine kleine Karte samt korrekter Adresse und Telefonnummer angezeigt. Sucht man dagegen nach "Stadtverwaltung Weil am Rhein" erscheint eine falsche Telefonnummer. Ebinger hat Google darüber informiert und auch eine Empfangsbestätigung erhalten – geändert hat Google den Eintrag bislang aber nicht.

Das zuletzt viel gescholtene Facebook reagiert da schneller. Ebingers Meldung vom Donnerstag wurde noch in der Nacht zum Freitag beantwortet und als sie am Morgen die Seite aufrief, waren alle Stadtwappen durch Fragezeichen ersetzt.

Autor: Hannes Lauber