Weit weg vom flächendeckenden WLAN

Baran Güner und Nils Müller

Von Baran Güner & Nils Müller

Sa, 27. Oktober 2018

Weil am Rhein

Rund 30 Hotspots in Weil bieten zwar gute Verbindungen, aber auch entlang der Hauptstraße klaffen dazwischen noch große Lücken.

WEIL AM RHEIN. Am Kant-Gymnasium ist Internetzugang, wie an den meisten Weiler Schulen, ein problematisches Thema. Unabhängig vom Anbieter oder der Qualität des Handys gibt es nur wenige Bereiche, die überhaupt einen Empfang ermöglichen. Kein Wunder also, dass viele Jugendliche immer auf der Suche nach sogenannten Hotspots für kostenloses Internet sind. Davon gibt es allerdings in der Stadt nicht allzu viele und die rund 30 WLAN-Zugänge haben auch ganz unterschiedliche Reichweiten – wie unser Test zeigt.

Als mobiler Nutzer hat man den Nachteil, dass man einen, für viele Schüler nicht gerade günstigen, monatlichen Vertrag abschließen muss, welcher je nach Konditionen der Anbieter unterschiedlich große Datenmengen beinhaltet. Kabelloses Internet, kurz WLAN, ist also wegen der unbegrenzten und schnelleren Verbindung die bessere Alternative. Was normalerweise durch ein Passwort geschützt ist, wird dank neuer rechtlicher Regelungen immer häufiger frei zugänglich gemacht.

Auch in Weil am Rhein bieten inzwischen viele Bürger aber vor allem Geschäfte oder öffentliche Einrichtungen solch einen kostenfreien Zugang an. Um die Verlässlichkeit der frei zugänglichen Netzwerke zu überprüfen, haben wir uns auf den Weg gemacht und offene Zugangspunkte in der Innenstadt getestet – insbesondere natürlich jene Stellen, die für Schüler und Jugendliche relevant sind. Wir suchten auf unseren Handys WLAN Netzwerke, die kein Passwort erfordern, und haben uns mit ihnen verbunden. Um heraus zu finden, wo man in der Innenstadt ohne große Unterbrechung in öffentlichen Netzwerken surfen kann, liefen wir die Hauptstraße ab und überprüften, wie weit man sich von den Zugangspunkten entfernen konnte, ohne dass die Verbindung abbricht. Die Reichweiten der jeweiligen Netzwerke sind sehr unterschiedlich. Manche funktionieren nur in nächster Nähe zum Router, bei anderen wiederum kann man etwas weiter entfernt sein.

Erste Station war Friedlingen: Los ging es im Rheincenter, wo wir im Gebäude zwei sehr gute Zugangspunkte finden konnten, die sowohl in Sachen Reichweite wie auch Bandbreite hervorragend waren. Doch nur wenige Meter außerhalb des Gebäudes im Rheinpark gab es kein Internet mehr. Schade, befindet sich im Rheinpark doch ein Jugendtreff.

Unterwegs Richtung Innenstadt fanden wir bis auf das Netzwerk der Sparkasse in Friedlingen keinen weiteren Zugang. Erst wieder nach der Friedensbrücke, in der Einkaufsinsel, konnten wir uns mit einem Netzwerk verbinden – aber nur im Gebäude. Auf dem Platz davor, wo sich im Sommer viele Leute aufhalten, gab es keinen Internetzugang. Schräg gegenüber am Kaufring und auf dem Rathausplatz gab es öffentliche Zugänge, außerdem werden von Geschäften, wie Alnatura Zugänge angeboten. So hat man rund um den Rathausplatz ein flächendeckendes Netzwerk ohne größere Lücken.

Völlig überraschend für uns war, dass am Weiler Bahnhof kein freizugängliches Internet aufzufinden war. Sicher ärgerlich für alle, die sich noch rasch über Verbindungen informieren wollen. Aber auch bei längeren Wartezeiten ist freies WLAN von Vorteil, da man sich so die Zeit im Internet vertreiben kann.

Selbst am Bahnhof

herrscht "Funkstille"

Weiter geht es entlang der Hauptstraße zum Berliner Platz: Unterwegs kommen wir an mehreren Netzwerken vorbei, sodass wir zwar Unterbrechungen haben, aber immer wieder einen Zugang zum Internet finden. Am Berliner Platz selbst haben wir ein größtenteils lückenloses Netzwerk gefunden und auch um den Berliner Platz gab es Möglichkeiten, sich mit einem öffentlichen Netzwerk zu verbinden.

An der Kreuzung an der Römerstraße in Altweil traten wir den Rückweg an und bemerkten, dass die südliche Seite der Hauptstraße nicht nur im Schatten der Häuser, sondern auch ein WLAN-Funkloch ist. Dort gibt es nur sehr wenige Orte mit einem offenen Netzwerk.

Unser Test hat gezeigt, der Ausbau des Netzes aus öffentlichen Internetzugängen wäre auf jeden Fall wünschenswert. Umgekehrt sind die vorhandenen Zugangspunkte erstaunlich gut und bieten zuverlässiges Internet. Sie decken auch einen großen Teil der Weiler "Hotspots" ab. Übrigens auch abseits der Hauptstraße gibt es freies Internet: Das alte Rathaus, das Vitra-Designmuseum oder die Stadtbibliothek bieten kostenfreien Internetzugang. Jedoch gibt es auch noch viele Lücken im WLAN-Netz. Etwa an den Sportanlagen im Nonnenholz, im Rheinpark oder dem Läublinpark sucht man nach freiem Internet vergebens.

Wer sich an dem Ausbau beteiligen will, dem bietet der Verein Freifunk Dreiländereck seine Hilfe an. Denn auch ohne Kenntnisse in technischen Fragen kann man seinen Zugang öffnen und damit den Einwohnern und Schülern der Stadt Weil am Rhein einen Gefallen tun.

Infos und Schritt-für-Schritt Anleitungen gibt’s auf der Homepage http://www.freifunk-3laendereck.net