Wenn die Musikschule zum Tanz aufspielt, reißt das alle mit

age

Von age

Mo, 18. April 2016

Weil am Rhein

Von barocken Schreittänzen bis zu Tango und Swing / Die Konzertbesucher konnten sogar selbst mitmachen / Ensembles zeigte sich in beeindruckender Spiellaune.

WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN (age). "Die Musikschule bittet zum Tanz" war der Titel des großen Konzerts, das am Samstag in der Ötlinger Mehrzweckhalle stattfand. In der restlos ausverkauften Halle spielten das Orchester der Musikschule Weil am Rhein, die Bond's Big Band und zahlreiche Solisten. Auf der Bühne tanzten zur Musik die Tänzer verschiedener Tanzschulen und des TV Weil. Das Publikum war begeistert.

Musik und Tanz gehörten zusammen und so sei vor zwei Jahren die Idee entstanden, ein Konzert in Kombination mit Tanzaufführungen zu veranstalten, sagte Karl Gehweiler, Leiter der Musikschule bei der Begrüßung. Überaus leistungsfähig zeigten sich an dem Abend das sinfonische Orchester der Musikschule unter der Leitung von Walter Kösters und Bond’s Big Band unter der Leitung von Christian Leitherer. Fände das Konzert in der Nähe von Stuttgart statt, so hätte der Rundfunk sicherlich einen Sendeplatz gehabt, meinte Oberbürgermeister Dietz. Im äußersten Südwesten des Ländles erhalte die Musikschule Weil am Rhein, "eine Perle der Musik im Markgräflerland" nicht die mediale Aufmerksamkeit.

Mit dem "Marsch der Priester" aus Mozarts Zauberflöte, dem "Second Waltz" von Dimitri Schostakowitsch und der Suite aus dem Ballett Schwanensee bewies das Orchester der Musikschule Weil am Rhein hohes Niveau und hohen Anspruch. Die mitreißende Musik, die für viele Zuhörer auch etwas Vertrautes hatte, verzauberte das Publikum für kurze Zeit. Zwei Tanzpaare tanzten Walzer zu dem volkstümlich angehauchten Werk von Schostakowitsch und zur Musik von Tschaikowsky tanzten vier weiße Schwäne wie im klassischen Ballett synchron über die Bühne.

Danach folgte ein Stück für Klavier und Violine von Astor Piazzolla, zu dem ein Paar auf der Bühne Tango tanzte. "The Meadow" von Alexandre Desplat war ein verträumtes Stück nur für Klavier, zu dem ein graziler Tanz gezeigt wurde. Die Tänzerinnen schienen dabei ganz in ihrem Element und spürbar war, dass ihnen das Tanzen sehr viel Spaß machte. Drei barocke Tanzsuiten spielte dann das Instrumental-Ensemble während zwei Tänzerinnen Barocktänze aufführten. In der anschließenden Pause führten die Tänzerinnen das Publikum in den barocken Schreittanz ein. Es wurde zusammen im Kreis getanzt während Flötenschülerinnen und ein Tamburinspieler Musik der Zeit darboten.

Die zweite Hälfte des Konzerts wurde von der Bond's Big Band bestritten, deren jugendliche Mitglieder eine ansteckende Partylaune in die Mehrzweckhalle brachten. Gespielt wurden so bekannte Stücke wie "Swinging Shanty", "Cantaloupe Island", "Carry on wayward son" und "In the Mood". Demnächst betritt die Bond’s Big Band internationales Parkett und nimmt an einem Musikwettbewerb im spanischen San Sebastian teil. Als Tanzorchester präsentierte sich die Bond's Big Band beim Finale, als die Tänzer des TV Weil ihren Auftritt hatten: Mit einem Slow Fox, einem Jive und einem Cha Cha ging das sehr kurzweilige Konzert zu Ende, für das es viel Applaus und strahlende Gesichter gab.

Matthias Hinderberger vom Landesverband der Musikschulen in Baden-Württemberg nutze den Rahmen des Konzertes und übergab das Zertifikat "Gesunde Musikschule" des Zentrums für Musik, Gesundheit und Prävention, Schloss Kapfenburg (ZMGP) an die Musikschulleitung. Schülerinnen und Schüler einer "gesunden Musikschule" erhalten Basiswissen im Bereich der Musikergesundheit. Die Lehrer helfen, Haltungsschäden, Überlastung und Auftrittsängsten vorzubeugen.