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12. April 2017

"Wir müssen immer gut vorbereitet sein"

BZ-INTERVIEW mit Sabine Theil und Monika Merstetter über das 20-jährige Bestehen der Stadtführer und den Aktionstag "Stadtführer häppchenweise".

  1. Die Weiler Stadtführer haben im 20. Jahr ihres Bestehens 21 Mitglieder. Beim Start waren es 26, von denen heute noch zehn dabei sind. Foto: zvg

  2. Merstetter Foto: BZ

  3. Theil Foto: ZVG

WEIL AM RHEIN (BZ). Mit dem Aktionstag "Stadtführer – häppchenweise" feiern die Stadtführer am Sonntag, 23. April, ihr 20-jähriges Bestehen. Vom späten Vormittag bis in den frühen Abend gibt es an diesem Tag 17 Kurzführungen. Die BZ hat sich mit den beiden Stadtführerinnen Sabine Theil und Monika Merstetter, die von Anfang an im Organisationsteam waren, über die Entstehung der Gruppe und die Häppchenaktion unterhalten.

BZ: Wie hat denn alles angefangen?
Theil: Tonio Paßlick hatte 1996 die Idee, innerhalb eines VHS-Kurses zur Landesgartenschau Stadtführer auszubilden, die den Besuchern auch die Geschichte der Stadt näher bringen können.

BZ: Stieß die Idee auf großes Interesse?
Merstetter: Aber ja, von 43 Kursteilnehmern legten 26 die Prüfung ab.

BZ: Wie kommt es, dass Sie eine feste Gruppe geblieben sind?
Theil: Schnell hat sich ein fester Stamm gebildet, Heinz Obrecht übernahm die ersten Jahre die Koordination und wir richteten regelmäßige Treffen und Weiterbildungsmaßnahmen ein.

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BZ: Acht Mitglieder sind aus der Startformation immer noch dabei. Wie konnte die Gruppe so stabil bleiben?
Merstetter: 1999 wurden aufgrund der guten Nachfrage gleich weitere Führer ausgebildet. Da mehrere Mitglieder, die sich 1996 gerade im Vorruhestand befanden, sich mit den Jahren aus Altersgründen zurückzogen, haben wir 2014 ein drittes Mal eine Ausbildungsrunde gestartet. Außerdem stieß mit Dieter Zöbelin ein Dokumentarfilmer zur Gruppe.

BZ: Was ist das Besondere an den Weiler Stadtführern, die ja nicht gerade in einem Touristenort agieren?
Theil: Zu 80 Prozent führen wir Einheimische. Das wird uns immer bewusst, wenn wir uns mit Stadtführern aus anderen Orten austauschen.

BZ: Gibt es da einen Unterschied?
Merstetter: Wir müssen uns viel besser vorbereiten, da unsere Gäste ein Grundwissen mitbringen. Und wir müssen uns vor allem immer wieder neue Themen ausdenken, damit unser Programm attraktiv bleibt.

BZ: Woher beziehen Sie ihre Kenntnisse für die Führungen?
Theil: Das A und O sind Recherchen im Archiv und bei Zeitzeugen, genauso wie in Zeitungsartikeln und Büchern. Was wir zu Beginn nicht hatten, war das Internet, das macht heute vieles einfacher.

BZ: Geben Sie auch gegenseitig Informationen untereinander weiter?
Merstetter: Natürlich, nur gemeinsam sind wir stark. Die Neuen inspirieren uns mit neuen Themen und wir Alten geben Tipps, wo etwas zum Thema zu finden ist.

BZ: Was hat sich durch die Neuen am Angebot geändert?
Theil: Das waren besonders Kontakte zu Zeitzeugen, die wir bisher nicht hatten oder Englisch und Italienisch als Muttersprache für die Führungen.

BZ: An welche Ereignisse denken Sie besonders gerne zurück?
Merstetter: Die Landesgartenschau 1999, an der wir rund 500 Führungen abhielten, war ein herausragender Einstieg. Außerdem gab es einen Aktionstag zum zehnjährigen Bestehen und wir verkauften 2011 anlässlich der ersten Erwähnung der Gemeinde Weil vor 1225 Jahren zugunsten der Bürgerstiftung 425 Stadtführersteine.

BZ: Nun werden Sie zum 20-Jährigen wieder einen Tag "Stadtführer – häppchenweise" anbieten?
Theil: Ja, aber im Gegensatz zum Zehnjährigen sind wir einige Akteure mehr und wir werden dieses Mal nicht Gebäude, sondern Menschen, die in der Stadt Spuren hinterlassen haben, präsentieren.

BZ: Wie muss man sich das vorstellen?
Merstetter: Nach einem ausgeklügelten Zeitplan, der es interessierten Menschen möglich macht, an allen Terminen teilzunehmen, stellen die Stadtführer den ganzen Tag an verschiedenen Orten in der Stadt mit kurzen zehnminütigen Vorträgen Personen vor, die nicht mehr leben.

BZ: Das sind also die Häppchen?
Theil: Ja, aber als besondere Aktion gibt es um 15.15 Uhr vor dem Museum auf dem Lindenplatz tatsächlich Häppchen, wozu alle Führungsbesucher natürlich ebenfalls kostenfrei eingeladen sind.

BZ: Sie gehören seit Beginn zur VHS, organisieren sich aber dennoch selbstständig. Was unternehmen Sie, damit die Bevölkerung vom Stadtführertag erfährt?
Merstetter: Ein großer Vorteil ist, dass unsere Aktivitäten im VHS-Programm stehen, das in jeden Haushalt verschickt wird. Zudem können wir dank der Unterstützung der VHS jedes Jahr einen Flyer herausgeben, den wir zum 20-jährigen Bestehen neu gestalten konnten. Neben den städtischen Stellen legen immer mehr Geschäfte, Gaststätten und Hotels unsere Flyer gerne aus.

Stadtführer

Seit 1997: Sabine Musolt, Joachim Kempf, Rosemarie Stern, Sabine Theil,
Monika Merstetter, Siegrid Schulte, Rena Hadji-Cheykh, Siegrid Droguet
Seit 1999: Brigitte Wittkämper, Sylvia Kerner
Seit 2000: Dieter Zöbelin
Seit 2014: Susi Engler, Rosa Giampapa-Raps, Siegert Kittel, Michelle Lienin, Marlies Maier, Cosmina Nödinger-Sammarra, Riccardo Raps, Hildegard Vierhuff-Bocks, Susanne Volk-Augustin, Erik Wade  

Autor: bz

Autor: bz