Ziel: CO2-Ausstoß halbieren

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Mi, 28. November 2018

Weil am Rhein

Solaranlagen, Nahwärme und Sanierungen könnten auf der Leopoldshöhe vieles bewegen.

WEIL AM RHEIN. 8367 Tonnen CO2 werden Jahr für Jahr auf der Leopoldshöhe, im Dreieck zwischen Müllheimer Straße, Bühlstraße und Basler Straße, sowie in den Gebäuden im Bereich zwischen Danziger Straße, Robert-Koch-Straße und der Breslauer Straße erzeugt. Mehr als die Hälfte davon, rund 4800 Tonnen, lassen sich einsparen, so das Ergebnis der Analysen des Quartierskonzepts Leopoldshöhe.

Vor eineinhalb Jahren hatten Rolf Pfeiffer, Geschäftsführer der Freiburger Firma "Endura kommunal", sowie seine Mitarbeiterin Lena Klietz mit der Arbeit an dem Projekt begonnen. Im Juli 2017 gab es eine umfangreiche Bürgerinformation, in deren Anschluss alle Eigentümer einen Fragebogen zum Zustand der Gebäude und der Heizanlagen zugeschickt bekamen. Knapp die Hälfte schickte die Fragebögen zurück und machte damit von dem Angebot Gebrauch, eine kostenlose Thermografieaufnahme ihres Hauses zu erhalten. Die Fragebögen und die Thermografieaufnahmen, die Schwachstellen in der Isolation der Gebäude aufdecken, bezeichnen Pfeiffer und Klietz als wichtigste Grundlage ihrer Analysen, bei denen sie die Einsparungseffekte für alle Gebäude ermittelten.

Das größte Potenzial für eine CO2-Reduktion sehen Pfeiffer und Klietz in einem Nahwärmeverbund und in der Nutzung der Solarenergie. Wenn, so wie von den Stadtwerken vorgesehen, das Rathaus sowie das Kant-Gymnasium zusammen mit den Wohnblocks entlang der Schillerstraße an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden und ein Jahr später auch die städtische Woge ihre Blocks an der Robert-Koch-Straße in den Verbund einbringt und Nahwärme entlang der Müllheimer Straße genutzt werden kann, dann erreicht man eine CO2-Einsparung von 880 Tonnen im Jahr. Gelinge es sogar das gesamte Quartier zwischen Müllheimerstraße und Danziger Straße mit Nahwärme zu erschließen, ließe sich die Einsparung auf 1900 Tonnen verdoppeln.

Ähnlich groß sind die Einsparmöglichkeiten bei der Nutzung von Solarenergie. In der Summe aus Photovoltaik und Solarthermie könnte der CO2-Ausstoß um 1334 Tonnen reduziert werden, rechnete Pfeiffer vor. Rechnet man die Einsparung hinzu, die durch Solarmodule auf dem Dach der Dreiländergalerie möglich würden, erhöhte sich der Wert um weitere 300 Tonnen. Gebäudesanierungen hingegen schlagen nur mit 829 Tonnen und Blockheizkraftwerke mit 435 Tonnen als mögliches Einsparpotenzial zu Buche.

Neben diesen vier Hauptsäulen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, die nun kontinuierlich vorangetrieben werden sollen, schlägt das energetische Quartierskonzept aber auch weitere Maßnahmen vor, die die klimatische Situation in der Stadt verbessern sollen. Vor allem gehe es darum, durch Begrünungen und zusätzliche Wasserflächen bestehende Hitzeinseln zu beseitigen. Speziell der Rathausplatz wie auch der Sparkassenplatz stehen da im Fokus.

Als nächste Schritte schlägt das Büro "Endura kommunal" in seinem Abschlussbericht vor, dass die Bürger an dem Prozess beteiligt werden und dazu eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit geleistet werde. Mit einer sogenannten Energie-Karawane könnte beides verbunden werden.