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11. März 2015

Zwei Instrumente erobern die Welt

Beim Entdeckerkonzert der Musikschule erklärt Christian Leitherer Klarinette und Saxophon.

  1. Gehören zu jeder Big Band: Saxophone Foto: Siemann

WEIL AM RHEIN (ysie). Eine musikalische Reise in die Geschichte von Klarinette und Saxophon für Jung und Alt gab es beim ersten Entdeckerkonzert für Blasinstrumente zu hören. Mit Christian Leitherer, dem Spezialisten für historisches Klarinettenspiel und Leiter des Fachbereichs Bläser an der Musikschule, begann die neue Serie, die auch auf seine Idee zurückgeht. Gut verständlich erzählte Leitherer die Geschichte der Klarinette mit Hilfe historischer Klarinetten und spielte dazu Stücke aus dem Barock von Händel und Michel Corrette, begleitet von Barbara Leitherer an der Viola da Gamba.

Angefangen hat die Geschichte der Klarinette gegen 1700 mit dem kleinen Chalumeau, das auf den ersten Blick noch eher an eine Blockflöte erinnerte, aber schon wie die heutigen Klarinetten ein Rohrblatt zur Tonerzeugung besaß. Mit der Zeit wurde das Instrument nicht nur ein fester Bestandteil des Orchesters, sondern es veränderte sich auch: Wie Leitherer mit Hilfe einiger Exemplare aus seiner Sammlung zeigte, wuchs die Klarinette in die Länge, erhielt Klappen und Schalltrichter und wird mittlerweile aus dem typischen schwarzen, besonders harten Grenadillholz gefertigt. Auch der Klang wandelte sich im Laufe der Zeit: Zunächst eher leise konnte man mit der Klarinette bald immer kräftigere und trompetenähnliche Töne hervorbringen, bis das Instrument schließlich seinen heutigen weichen und ausgeglichenen Klang erhielt.

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Im Jahr 1840 erfand noch Adolphe Sax das eng verwandte Saxophon, das wie die Klarinette ein Rohrblatt zur Tonerzeugung benutzt. Mit einem noch kräftigeren Klang ausgestattet als die Klarinette, wurde das Saxophon zunächst in der Militärmusik verwendet, bis es dann zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Jazzmusik wurde. Auch von diesem Instrument, das aufgrund seiner Größe und seines Gewichts eher für ältere Musikschüler geeignet ist, stellte Christian Leitherer Exemplare vor.

Natürlich durften auch die Schüler, von den Kleinsten bis zu den Fortgeschrittenen, ihr Können zeigen und bewiesen dabei, wie vielseitig einsetzbar Klarinette und Saxophon sind – etwa beim Jazzstandard "All of me", beim Folksong "Tom Dooley" oder bei einem klassischen Rondo für Klarinette von Anton Stadler.

Zum Schluss bestand noch ausreichend Gelegenheit, die Instrumente aus der Nähe zu betrachten und Fragen zu stellen. Leider hatten nur wenige Interessierte den Weg ins alte Rathaus gefunden. Wer Horn, Trompete, Oboe und andere Blasinstrumente kennenlernen möchte, kann dies bei den kommenden Ausgaben der kostenlosen Entdeckerkonzerte tun.

Das zweite Entdeckerkonzert der städtischen Sing- und Musikschule Weil am Rhein widmet sich dem Waldhorn. Hornist Udo Schmitz stellt es am Freitag, 13. März, um 18 Uhr im großen Saal des alten Rathauses, Hinterdorfstraße 39, vor.

Autor: ysie