Wenn die Oboe wie ein Löwe brüllt

Simone Barz

Von Simone Barz

Mi, 24. September 2014

Ettenheim

Mit einem interaktiven "Karneval der Tiere" locken die Musikfreunde Ettenheim Groß und Klein in den Bürgersaal.

ETTENHEIM. Der Spätsommer zeigt sich in diesen Tagen von seiner schönen Seite – auch kulturell. Die Musikfreunde Ettenheim hatten zur Abrundung ihrer Konzertreihe Ettenheimer Musiksommer auf Sonntagnachmittag zu einem Klassikkonzert der ganz besonderen Art geladen: Zielgruppe waren zur Abwechslung mal die Allerkleinsten. Aufgeführt wurde der "Karneval der Tiere" des französischen Komponisten Camille Saint-Saens von den Süddeutschen Bläsersolisten "Profive". Die spannende Geschichte dazu erzählte der beliebte Fernsehmoderator Malte Arkona vom Kinderkanal.

Kurz vor 16 Uhr war dann auch ganz schön was los im vollbesetzten Bürgersaal: "Alle Karten sind verkauft worden", erzählte Musikfreunde-Finanzchef Eugen Weber stolz. Groß und Klein drängten auf die Stühle beziehungsweise auf die Sitzpolster vor der Bühne, Großeltern zeigten sich stolz mit ihren Enkelkindern. Auffallend viele Väter waren solo mit ihren Sprösslingen unterwegs und gönnten Mama mal eine Pause. Doch auch so manches ältere Semester fand sich hier ganz ohne kindlichen Anhang ein – und sollte voll auf seine Kosten kommen.

Jugendlich-locker begrüßte Malte Arkona das Publikum und hatte durch seinen auf Kinderhumor abzielenden Witz sofort alle kindlichen Lacher auf seiner Seite. Das Programm konnte beginnen.

Heiteres Instrumente-Raten könnte man den ersten Programmpunkt nennen, als die Kinder gefragt wurden, welche Instrumente der fünf Musiker auf der Bühne sie schon kennen. Sofort schnellten etliche Finger in die Höhe: "eine Querflöte", "eine Oboe", "ein Fagott". Die Solisten von "Profive" spielten mit ihrem jeweiligen Instrument eine kurze Melodie an, die ein bestimmtes Tier darstellen sollte, damit die jungen Zuhörer es dann beim eigentlichen Konzert leichter zuordnen konnten.

Ein Karneval, der Kindern Lust aufs Musizieren macht

Das Didaktische ist bei diesem Konzert durchaus gewollt, wurde es doch eigens entwickelt, um Kindern Lust aufs Musizieren zu machen und ein eigenes Instrument zu erlernen. Im Zeitalter von Smartphones, Facebook und Whatsapp soll darauf nicht verzichtet werden. Und die Rechnung von Profive und Arkona ging auf. Die Kleinen waren begeistert bei der Sache. Kein Wunder, überzeugend und umwerfend komisch schlüpfte Arkona in die jeweiligen Tierrollen, jonglierte mit verschiedenen Stimmen, Dialekten und Sprachfehlern und unterstrich das Ganze noch durch die entsprechende Mimik und Gestik: Mal war er das piepsige Mäuschen, dann wieder grimmiger Löwe, zickige Wildschweindame oder behäbiger Elefant. Immer wieder wurden die Kinder aktiv mit ins musikalische Spiel einbezogen, durften aufstehen und stampfen, mitklatschen, eine Pantomime machen oder tanzen. So blieben sie bei der Sache und konnten sich danach wieder gut auf die Musik konzentrieren.

Nach circa einer Stunde war der tierische Karneval dann auch schon wieder vorbei. Damit der Abschied aber nicht zu schwer fiel, hatten sich die Musiker von Profive und Moderator Malte Arkona noch ein Quiz für ihre jungen Zuhörer ausgedacht: Welches Tier wird musikalisch dargestellt – ist es der Kuckuck oder eher eine quakende Ente, ein listiger Fuchs oder der unangefochtene Superstar des Konzerts, der majestätische Schwan? Welches Weihnachtslied hat sich in dieser Melodie versteckt?

Mit tosendem Applaus bedankte sich das begeisterte Publikum für einen kurzweiligen Nachmittag, der nicht nur den jungen Besuchern Spaß gemacht hat.