Ausbau der Höllentalbahn

Wiehrebahnhof wird zur Schaltzentrale beim S-Bahn-Großprojekt

Christian Engel

Von Christian Engel

Di, 20. Februar 2018 um 07:13 Uhr

Freiburg

Das Großprojekt Breisgau-S-Bahn 2020 geht in die nächste Runde. Der Freiburger Wiehrebahnhof spielt dabei eine besondere Rolle. Während der Sperrung der Höllentalbahn wird dieser zur Schaltzentrale umgebaut.

Ab dem 1. März ist die Strecke der Höllentalbahn vollgesperrt, bis Ende Oktober fährt zwischen Freiburg und Titisee kein Zug mehr. Am gestrigen Montag trafen sich Politiker und Verantwortliche der Deutschen Bahn am Bahnhof Wiehre, um die kommende Bauphase des Großprojekts Breisgau-S-Bahn 2020 einzuleiten und zu feiern. Und um Bäumchen zu pflanzen.

Der Bahnhof Wiehre war in Rauchschwaden gehüllt, irgendjemand hatte für den Pressetermin auf dem Gelände ein paar Schwedenfeuer entfacht. Im Qualm wartete auf Gleis 2 ein Nahverkehrszug und erinnerte für einen kurzen Augenblick an Zeiten, in denen Dampfloks verkehrten. Dabei ging es eigentlich um einen nächsten Schritt in die Zukunft.

Elektrisches Stellwerk am Wiehrebahnhof, das Ablauf aller Strecken koordiniert

Und die heißt Breisgau-S-Bahn. Das Projekt kostet rund 340 Millionen Euro. Es soll den Nahverkehr in der Region verbessern, für Barrierefreiheit sorgen, die Elektrifizierung vorantreiben, die Taktung verkürzen. Kurz: Menschen sollen (noch) mehr Lust am Bahnfahren bekommen.

Im Zuge dessen verbesserte die Deutsche Bahn jüngst die Strecke der Dreiseenbahn und jene zwischen Müllheim und Neuenburg. Der nächste Abschnitt folgt ab kommender Woche: Dann ist die Höllentalbahn West vollgesperrt. Dann fährt für acht Monate zwischen Freiburg und Titisee kein Zug.

Der Bahnhof Wiehre spielt in dem Großprojekt eine besondere Rolle. Neben Aufzügen für mehr Barrierefreiheit soll dort ein elektrisches Stellwerk entstehen, das den Ablauf aller Strecken koordiniert. Vier Fahrdienstleiter haben die Züge von dieser Stelle aus im Blick, geben freie Fahrt oder teilen den Zugführern mit, wenn sie irgendwo warten müssen.

Abriss – und Ausbau

Bevor die Deutsche Bahn den Bahnsteig abreißt und umbaut, hat sie extra für den Pressetermin am Montag noch etwas aufgebaut: ein Festzelt, in dem man einige rote Doppelstockwagen hätte parken können; oder 150 Politiker, Verantwortliche und Besucher unterbringen kann, die Lust haben, von Fortschritt zu reden und zu hören. Dorothea Störr-Ritter, Vorsitzende des Zweckverbands Regio-Nahverkehr, lobte den Ausbau der Bahnstrecke als "Stärkung des ländlichen Raums" und als "besseres Miteinander zwischen Land und Stadt". Der Landesverkehrsminister Winfried Hermann sprach von dem "größten Ausbauprojekt in Baden-Württemberg". Freiburgs OB Dieter Salomon hoffte darauf, die Stickoxidbelastung in der Umwelt zu minimieren.

Und um weitere Nachhaltigkeit zu demonstrieren, wurden gleich noch fünf Zitterpappeln auf dem Gelände eingebuddelt – im Rahmen von Ausgleichspflanzungen. Die Bäume warten nun darauf, umgepflanzt zu werden, da sie mitten in der Baustelle stehen, wo die Bagger bald rollen.

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