Starke Männer am Seil

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Fr, 14. Juni 2013

Winden im Elztal

Wettkampftag der Landesliga im Tauziehen / Ausrichter waren die Tauziehfreunde Winden.

ELZACH/WINDEN. Den Verein Tauziehfreunde (TZF) Winden gibt es seit 2002. Derzeit hat er 37 Mitglieder, darunter zwölf Aktive. Damit ist Berthold Nopper, der Vorsitzende, zwar nicht zufrieden. Man war personell aber schon schlagkräftiger und litt zuletzt unter Abgängen. Doch an der Begeisterung für den Kraftsport ändert es nichts. Jetzt war Wettkampftag in Elzach.

Die Zieher trainieren zweimal die Woche. Um konkurrenzfähig zu sein, bilden sie seit dieser Saison eine Tauziehgemeinschaft mit Denzlingen (TG). Zugleich hofft der Chef, der als Nummer 4 selbst "Hand ans Seil" legt, dass wieder junge, kräftige Leute zum Verein stoßen. "Zu den Wettkampftagen zwischen Mai und August kommt man auch rum", erzählt er. Jeder Verein hat dann einmal alle Konkurrenten zu Gast. Am Sonntag waren die Tauziehfreunde selbst die Gastgeber.

Bei sonnigem Wetter fand am Kalmerwald beim Elzacher Domäne-Stadion der dritte Wettkampftag der Landesliga Südbaden statt. Acht Teams, jeweils acht Mann stark, maßen ihre Kräfte. Angefeuert von mitgereisten Fangemeinden und lautstarken Anweisungen der Trainer brachten sie in knapp zwei Stunden 52 Züge hinter sich. "Seil auf – Spannen – Fertig – Pull", nach dem Startkommando hielten sich die Teams oft eine Minute lang gegenseitig in Schach. Die Trainer lauerten auf ein Schwächezeichen beim Gegner, um dann zu Angriff oder Gegenangriff zu "blasen". Maximal 640 Kilogramm, das ist die Mittelgewichtsklasse, setzten sich dann rückwärts stapfend in Bewegung. Am 36 Meter langen Seil stemmte sich jedes Team dem anderen entgegen, um es nur vier Meter aus seiner Ausgangsposition zu ziehen. Gelang dies, ertönte der Pfiff – "Pull" gewonnen!

Unter Leitung von Oberschiedsrichter Thomas Kaltenbach aus Siegelau und seinen beiden Kollegen lief alles fair und gesittet ab. Selbst unter Hochspannung wurden Verwarnungen, etwa für "Absitzen", klaglos hingenommen. Geordnet wurde ein- und wieder ausmarschiert.

Tagessieger und Platzierungen wurden im Kampf "Jeder gegen Jeden" mit Finalzügen ermittelt. Dabei musste sich die TG Winden-Denzlingen aber meist geschlagen geben. Sie gewann nur eine Partie gegen Eschbachtal, wurde Sechster und konnte so die "Rote Laterne" im Gesamtklassement nicht los werden. Der TZC Simonswald verlor beide Finalzüge, wurde Vierter und belegt diesen Platz auch in der Tabelle. Gewinner wurde der TSC Neuried, der als bislang Dritter den Spitzenreiter der Landesliga, die TZF Böllen am Belchen, glatt in zwei Zügen besiegte.

Beim Wettbewerb der Jugendliga bis 450 Kilogramm ging es beiden örtlichen Vertretern nicht besser. Winden und Simonswald müssen als Vierter und Fünfter die Konkurrenz von hinten anschauen.

Zur Einstimmung hatten die TZF Winden am Vortag noch ein Grümpelturnier veranstaltet – das allerdings bei absolutem "Sauwetter". Hätte das nicht vom Kommen abgeschreckt, weit mehr Leute hätten etwas zu lachen gehabt. Sechs unerschrockene Teams, darunter eine Mädchentruppe namens "Pink Chicken", trauten sich. Schon nach dem ersten Zug, als sie sitzend oder liegend über den aufspritzenden Boden rutschten, hatten alle die Farbe gewechselt. Doch auch den vermeintlich Stärksten ging es nicht besser. Kraftstrotzend, laut, aber mit wenig Technik kämpfte das heimische "Team Winterhalter – Seili-Tod". Fast nichts wurde gewonnen. Ans Seil stapfte man in Arbeitskleidung (BZ, 2. Juni), die nach der Schlammschlacht aber nicht mehr den gängigen Hygienevorschriften entsprach.