Fernverkehr

Die Bahn erhöht zum 9. Dezember ihre Preise

Wolfgang Mulke und dpa

Von Wolfgang Mulke & dpa

Do, 04. Oktober 2018 um 20:15 Uhr

Wirtschaft

Bahnkunden müssen bald für die meisten Tickets im Fernverkehr mehr bezahlen. Besonders teuer wird es für Vielfahrer. Im Winterfahrplan bietet die Bahn aber auch neue Verbindungen an.

"Die Flexpreise steigen um durchschnittlich 1,9 Prozent", teilte der Konzern am Donnerstag mit. Flexpreis ist der Preis für eine Fahrkarte ohne Zugbindung und ohne Rabatt. An verkehrsreichen Tagen und auf gut frequentierten Strecken kann die Teuerung laut Bahn auch höher ausfallen. Denn das Unternehmen behält sich die Anhebung oder Senkung des Flexpreises an einzelnen Tagen vor. "Ziel ist es, die Nachfrage bestmöglich zu lenken", so die Begründung.

Im Durchschnitt steigen die Preise mit dem Wechsel zum Winterfahrplan am 9. Dezember dem Unternehmen zufolge um 0,9 Prozent. So werden zum Beispiel die Bahncard 25 ebenso wie die Bahncard 50 nicht mehr kosten. Auch die Sparpreise und Supersparpreise sowie die Kosten für eine Sitzplatzreservierung bleiben stabil. Dagegen müssen Vielfahrer mit einer Netzkarte sehr viel mehr bezahlen. Die Bahncard 100 verteuert sich um 2,9 Prozent.

Bahn verspricht mehr Komfort und mehr Platz

Kostspieliger wird es auch, wenn Passagiere ihr Ticket erst im Zug kaufen. Statt bisher 12,50 Euro kassiert der Schaffner künftig 19 Euro. Fahrscheine für die Zeit ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember werden ab dem 16. Oktober verkauft. Wer bis zum 8. Dezember verreist, fährt noch zu den alten Preisen.

Der Konzern verspricht seinen Kunden ein verbessertes Angebot, mehr Komfort und mehr Platz. Möglich wird dies zum Beispiel durch neu eingesetzte ICE-4-Züge. Zwischen Stuttgart und Düsseldorf wird es häufigere Direktverbindungen über den Frankfurter Flughafen geben. Von April 2019 an fährt die Linie Frankfurt – Köln – Aachen – Brüssel durchgehend im Zweistundentakt. Hier wird auch in den Abendstunden künftig eine Fahrt angeboten. Neu ist außerdem die Eurocity-Verbindung von Berlin nach Breslau und Krakau in Polen. Auf der Schnellfahrstrecke Berlin–München werden täglich in jede Richtung fünf statt drei Sprinter fahren. Auch fährt der ICE künftig täglich von Berlin über Nürnberg und Passau nach Wien.

Moderne Intercity-2-Doppelstockwagen

Auch abseits der Hochgeschwindigkeitsstrecken erhöht die Bahn ihr Angebot. Täglich drei Zugpaare werden Nordrhein-Westfalen mit Thüringen verbinden. Bequemer wird die Reise zwischen Nürnberg und Karlsruhe: Statt älterer IC kommen hier bald moderne Intercity-2-Doppelstockwagen auf die Gleise. Diese Zuggeneration ist klimatisiert und nimmt auch Fahrräder mit. Schließlich kündigt die Bahn auch mehr Verbindungen in die Urlaubsgebiete an, etwa nach Tirol oder an die Ostsee.

Bereits am Montag hatte sie über anstehende Sanierungen der ICE-Hauptachsen informiert. Los geht es von Juni bis Dezember 2019 zwischen Hannover und Göttingen. Die Fernzüge werden umgeleitet und sind deshalb bis zu 45 Minuten länger unterwegs.