Rhodia kommt nicht zur Ruhe

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Mi, 21. Juni 2017

Wirtschaft

Filterhersteller wird Teil eines Gemeinschaftsunternehmens.

FREIBURG. Das Freiburger Traditionsunternehmen Rhodia Acetow, Herstellerin von Filter-Tow, dem Ausgangsmaterial für Zigarettenfilter, soll Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Chemiekonzern Celanese werden. Das teilte Rhodia-Besitzer Blackstone, ein Finanzinvestor, am Dienstag mit. Celanese stellt ebenfalls Filter-Tow her, ist also ein Konkurrent. Laut Mitteilung wird die Filter-Tow-Produktion von Celanese mit Rhodia in einem gemeinsamen Unternehmen zusammengelegt. Daran hält Celanese 70 Prozent, Blackstone 30 Prozent.

Laut einer Rhodia-Sprecherin lässt sich noch nicht abschätzen, was das für die mehr als 800 Mitarbeiter in Freiburg bedeutet. Rhodia ist gerade erst vom belgischen Chemiekonzern Solvay abgespalten und von Blackstone gekauft worden. Dieses Geschäft wurde zum 1. Juni wirksam, seither ist Rhodia selbstständig. Das hat laut der Sprecherin zu Personalaufbau geführt. Man habe Tätigkeiten, die bisher im Konzern erledigt wurden, aufbauen müssen, beispielsweise die Finanzbuchhaltung oder die Informationstechnik.

Für Betriebsratschefin Cornelia Kaintz ist noch nicht absehbar, "welche Auswirkungen das für uns haben wird". Bis die Kartellbehörden dem Zusammenschluss geprüft hätten, arbeite Rhodia selbstständig weiter. Celanese – neben Eastman führend am Weltmarkt – sei ein Konkurrent.