Pulverproduzent

Höganäs übernimmt H.-C.-Starck-Tochter mit Werk in Laufenburg

Frank Heine und Bernd Kramer

Von Frank Heine & Bernd Kramer

Mi, 27. Dezember 2017 um 21:51 Uhr

Wirtschaft

Surface Technology & Ceramic Powders (STC), eine der drei rechtlich eigenständigen Pulver-Divisionen von H. C. Starck, geht in schwedische Hände über.

Die südbadische SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter appelliert an die Unternehmen H. C. Starck und Höganäs, alle rund 250 Arbeitsplätze in Laufenburg zu erhalten. Dies teilte sie am Mittwoch mit. Wie die Goslarsche Zeitung berichtet hatte, will die schwedische Höganäs die Sparte Surface Technology & Ceramic Powders (STC) von H. C. Starck übernehmen.

Die Sparte war Mitte 2016 zu einer eigenständigen Tochtergesellschaft gemacht worden. Damals hatte ein Firmensprecher noch gesagt, die Ausgliederung diene nicht dazu, die neue Tochter für einen Verkauf aufzuhübschen, um so das ganze Unternehmen langfristig besser zerschlagen zu können.

Bei Surface Technology & Ceramic Powders arbeiten die meisten der Laufenburger Mitarbeiter. Außerdem gibt es die H. C. Starck-Smelting (Verhüttung), zu der das Werk Rhina gehört. Der Bayer-Konzern hatte H. C. Starck 2006/2007 an die US-Investoren Advent International und Carlyle für 1,2 Milliarden Euro verkauft. Die Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) wollen sich schon länger vom H.-C.-Starck-Engagement trennen. In manchen Fällen ist dabei eine Filetierung, also ein separater Verkauf der Einzelteile eines Unternehmens, lukrativer als ein Verkauf der Firma als Ganzes.

Nach Aussage eines Insiders werden alle Arbeitsverhältnisse vom neuen Eigentümer übernommen. Goslarer Beschäftigte sagten, der Einstieg des schwedischen Investors stimme sie hoffnungsvoll. Höganäs sei lange als guter Geschäftspartner bekannt. Gewerkschaftssekretär Gerd Laskowski von der IG BCE sagte, die Betriebsräte hätten die Übernahmenachricht erst kurz vor Weihnachten erhalten. Auf den ersten Blick sei die Übernahme jedoch nicht als dramatisch zu werten.

Höganäs beschäftigt nach eigenen Angaben 1800 Mitarbeiter an 13 Produktionsstätten in mehreren Ländern. Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Umsatz 7,3 Milliarden Schwedische Kronen (740 Millionen Euro). Das Unternehmen schaut auf eine lange Tradition zurück: 1797 gegründet, gehört es den Lindéngruppen und der Vermögensverwaltungsgesellschaft FAM, einer Gründung der Wallenberg-Stiftungen. Mit einer Jahreskapazität von 500 000 Tonnen ist es nach eigener Aussage Weltmarktführer für Metallpulver. Abnehmer sind unter anderem Autozulieferer. STC fertigt eine Vielzahl hochspezifischer Metall- und Keramikpulver für die unterschiedlichsten Endanwender-Spezialmärkte. Typische Gebiete sind beispielsweise Industrie-Gasturbinen, die Luft- und Raumfahrttechnik oder die Medizintechnik.