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Von bia

Di, 28. März 2017

Wirtschaft

Initiative gründet sich — Notruf aus Athen — Westinghouse in Not — EU erlaubt Megafusion

CO2-ABGABE

Initiative gründet sich

Am Montag haben sich Gründer und Interessierte im Schlossbergsaal des SWR zur ersten Gründerversammlung der Initiative CO2-Abgabe getroffen. Sie fordern über den Europäischen Emissionshandel hinaus eine verbindliche nationale Abgabe auf alle Treibhausgase. Anders als bei den niedrigpreisigen Zertifikaten, die Unternehmen derzeit ersteigern müssen, sollen sie laut der Initiative künftig 40 Euro pro Tonne ausgestoßenem Treibhausgas bezahlen müssen. Die Preise sollen innerhalb weniger Jahre auf 80 Euro steigen. Laut dem Verein soll dadurch ein größerer Anreiz entstehen, in klimaschonende Technologien zu investieren. Auf ihrer Website sammelt der Verein Fürsprecher der Initiative: http://www.co2abgabe.de Mehr als 200 Unterschriften sind dort bisher zusammengekommen.

KRISE DER EUROZONE

Notruf aus Athen

Der griechische Zentralbankchef Ioannis Stournaras hat auf einen baldigen Abschluss der Verhandlungen Athens mit seinen internationalen Gläubigern gedrängt. Mit Blick auf die bisher ergebnislosen Gespräche sagte er dem größten griechischen Finanzportal capital.gr: "Wir haben schon die ersten negativen Folgen in der Wirtschaft." Es gebe eine Verunsicherung. Sollte diese andauern, könnte Griechenlands Wirtschaft 2017 stagnieren. Die Regierung strebt ein Wachstum von 2,5 bis 2,7 Prozent an. Dieses Ziel sei jetzt schon nicht mehr erreichbar, sagte Stournaras. Er geht bisher von 1,9 Prozent Wachstum aus.

ATOMINDUSTRIE

Westinghouse in Not

Die US-Atomsparte des kriselnden japanischen Technologiekonzerns Toshiba steht möglicherweise kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtete, plant die Tochter Westinghouse bald die Insolvenz. Laut der Wirtschaftszeitung Nikkei könnte Westinghouse in den USA noch diese Woche Insolvenz beantragen. Probleme bei der US-Atomsparte hatten ein tiefes Loch in die Bilanz von Toshiba gerissen. Laut Kyodo will sich Toshiba Unterstützung vom südkoreanischen Konzern Korea Electric Power holen. Toshiba hatte angesichts der Probleme in den USA eine Wertberichtigung in Milliardenhöhe bekanntgegeben. Auslöser waren Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau von Atomkraftwerken in den USA. Die Japaner hatten den US-Atomkonzern Westinghouse für mehr als fünf Milliarden Dollar gekauft.

CHEMIEBRANCHE

EU erlaubt Megafusion

Die US-Chemiegiganten Dow und DuPont bekommen für ihre geplante Fusion die Zustimmung aus Brüssel, allerdings unter Auflagen. DuPont muss einen großen Teil seiner Pestizidsparte verkaufen, sagte EU-Kommissarin Vestager. Profitieren könnte einer der Wettbewerber, womöglich der deutsche Chemiekonzern BASF. Schädlingsvernichter seien für Landwirte, Verbraucher und Umwelt wichtig, so Vestager. "Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Auswirkungen auf unser tägliches Brot." Funktionierender Wettbewerb sei wichtig, damit die Unkraut- und Schädlingsmittel zu günstigen Preisen zur Verfügung stünden und neue, verträglichere Produkte entwickelt würden. Die Kommission hatte nach eigenen Angaben ursprünglich Bedenken, dass der Zusammenschluss der US-Konzerne den Wettbewerb auf dem Markt für Schädlingsvernichter einschränken könnte. Die Vorbehalte seien nun durch die Zusagen der beiden Unternehmen ausgeräumt.