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24. Oktober 2015

Einzelhandel

Plastiktüte nicht mehr umsonst

Höhe der Gebühr ist noch offen.

BERLIN. Kostenlose Plastiktüten soll es im deutschen Einzelhandel künftig nicht mehr geben. Der Handelsverband (HDE) berät derzeit mit dem Bundesumweltministerium über die Umsetzung einer EU-Richtlinie.

Sie schreibt vor, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Plastiktüten bis 2025 auf 40 Stück im Jahr sinkt. Davon sind die sogenannten Hemdchentüten ausgenommen – also die dünnen Tüten für Obst und Gemüse im Supermarkt. Wie hoch die Tütengebühr sein wird, ist allerdings weiterhin noch nicht klar. Der Handelsverband strebt jedoch einen "angemessenen Betrag" an.

Ein Sprecher wies Medienberichte zurück, wonach eine Gebühr von 20 Cent je Tüte festgelegt werden solle. Derzeit hat die Hälfte der Handelsunternehmen, die kostenlos Tüten abgeben, die Bereitschaft erklärt, an der HDE-Initiative für eine Gebühr teilzunehmen. Der Verband setzt darauf, dass mehr Unternehmen hinzukommen und dem Beispiel der Lebensmittelketten folgen. Dort müssen Kunden schon seit Jahren für Tüten bezahlen.

Pro Kopf und Jahr benutzen die Deutschen 71 Tragetaschen

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Manche Händler, die bisher keine Gebühr erhoben, testen derzeit in einzelnen Geschäften, ob Kunden bereit sind, etwas zu bezahlen. Dazu zählt zum Beispiel der Media Markt. Der Handel gibt heute etwa 71 Prozent aller in Deutschland verwendeten Tüten ab. Der Rest entfällt beispielsweise auf Apotheken, Tankstellen oder Wochenmarktstände. Der HDE hofft, dass es der Politik gelingt, auch diese Geschäfte für eine Tütengebühr zu gewinnen.

Aktuell liegt der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch an Tragetaschen bei 71 Stück im Jahr. Die Tüten stehen in der Kritik, weil sich vor allem der Kunststoff Polyethylen nicht zersetzt und viele Vögel und Fische, die das Material fressen, daran verenden. Wann die Initiative umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Aus Sicht des HDE ist keineswegs gesagt, dass die Kunden verärgert auf eine Gebühr reagieren werden. Viele Händler berichteten, dass das Gegenteil der Fall sei.

Autor: Bernhard Walker